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Plakat zur Industriemesse, die am Montag in Hannover beginnt© dpa

Interview

Messe Hannover will kräftig investieren

Die Messegesellschaft in Hannover will in den kommenden Jahren kräftig investieren und plant auch Zukäufe.

„Wir beobachten den Markt gezielt und schauen uns an, wo wir wachsen können“, sagte der Vorstandschef der Deutschen Messe AG, Wolfram von Fritsch, der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Es gebe konkrete Pläne, Veranstaltungen von anderen Messeplätzen oder Veranstalter in Deutschland und weltweit zu übernehmen oder sich an ihnen zu beteiligen.

Einzelheiten wollte von Fritsch nicht nennen.
Die Messe hatte im vergangenen Jahr von ihren Eigentümern, dem Land Niedersachsen und der Stadt Hannover, eine Kapitalspritze von 250 Millionen Euro erhalten. Mit dem frischen Kapital wurden die Schulden auf derzeit rund 40 Millionen Euro reduziert. Darüber hinaus erweitert es die Spielräume für Investitionen.

Wieviel Geld dafür zur Verfügung steht, wollte von Fritsch nicht sagen. „Es reicht für unsere Pläne, und es hängt von den Projekten ab. Es besteht kein Automatismus.“ Die Kapitalspritze sei keine Sanierungs- oder Rettungsmaßnahme gewesen. „Sondern sie schafft die Möglichkeit, sich schneller zu entwickeln.“

Das Unternehmen verwende das Geld auch dafür, neue Ausstellungen zu etablieren. „Eine neue Messe ist nicht vom ersten Tag an rentabel.“ Nach internen Vorgaben solle sie nach dreimaliger Durchführung schwarze Zahlen schreiben. „Die Liquidität versetzt uns in die Lage, neue Messen zu entwickeln.“

Im Zuge der Wachstumsstrategie soll auch das Auslandsgeschäft ausgebaut werden - ebenso wie die Zahl von Kongressen und Veranstaltungen sowie die Aktivitäten im Internet. Die Messe wolle künftig über das ganze Jahr und nicht nur zu Messezeiten „Geschäftsanbahnungspartner“ für Unternehmen sein.

Die Gesellschaft will künftig außerdem ihr riesiges Messegelände - das größte der Welt - besser auslasten. Das Unternehmen habe das Gelände in verschiedene Module aufgeteilt und sei nun in der Lage, mehrere Messen gleichzeitig zu veranstalten. „Wir haben das Gelände umgebaut und damit neue Möglichkeiten in der Nutzung einzelner Bereiche.“

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Gesellschaft operative Verluste von 27 Millionen Euro. Für das laufende Jahr hofft der Messechef, die erwarteten Verluste in Höhe von 37 Millionen Euro noch zu verringern. Wegen einer unterschiedlichen Veranstaltungsdichte sind die ungeraden Jahre für die Messe traditionell die besseren.

Die Messe hatte die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. So gab es bei der CeBIT Einbußen bei Ausstellern und Besuchern.

2011 schreibe die Messe wieder schwarze Zahlen, sagte von Fritsch. „Wir werden nächstes Jahr einen Umsatzsprung machen und ein deutliches schwarzes Ergebnis ausweisen.“ Dies liegt allerdings auch an Messen, die nur alle paar Jahre stattfinden. dpa


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