Navigation:


© Strate

Verträge sind unterschriftsreif

Mehrum gehört bald den Tschechen

Der Preis ist eher symbolisch. Am Freitag unterzeichnet der Vorstand der Stadtwerke Hannover die Kaufverträge über das Kohlekraftwerk Mehrum.

Hannover. Die Stadtwerke Hannover werden eine Altlast los. Heute unterzeichnet der Vorstand die Verträge über den Verkauf des Steinkohlekraftwerks Mehrum. Der Käufer EPH, ein großer tschechischer Energiekonzern, wird nach NP-Informationen nur einen symbolischen Preis zahlen, kaum mehr als einen Euro. Die 120 Mitarbeiter behalten ihre Jobs – zu den bisherigen Konditionen.

EPH ist ein in sieben EU-Ländern engagiertes tschechisches Energieversorgungsunternehmen, das sich auf fossile Energie konzen­triert. Ihm gehören Kohlekraftwerke und Braunkohle-Reviere vor allem in Ostdeutschland, darunter der stillgelegte Braunkohleabbau bei Helmstedt sowie das dortige, nur noch als stille Reserve dienende Kraftwerk Buschhaus.

Den Stadtwerke Hannover gehören 83 Prozent von Mehrum – die restlichen Anteile liegen bei der Braunschweiger Versorgungs-AG. Für die 120 Mitarbeiter ändert sich nichts mit dem für Ende Oktober geplanten Eigentümerwechsel. Acht Monate lang habe man über einen entsprechenden Sozialplan verhandelt, berichtete Betriebsratsvorsitzender Rainer Rettberg-Berkowsky. Der gelte bis 2027, sichere Tariftreue und die laufenden Betriebsvereinbarungen.

Das Steinkohlekraftwerk, das schon seit Längerem für Millionendefizite sorgt, steht bei den Stadtwerke noch mit 40 Millionen Euro in den Büchern. Laut Rettberg-Berkowsky habe es nur zwei Möglichkeiten gegeben: „Sofortige Stilllegung oder aber Verkauf“. Der 56-Jährige ist froh, dass er und seine Kollegen jetzt eine Zukunft haben. Vielleicht auf lange Sicht. Er meint: „Trotz Energiewende werden wir weiter die Kohlemeiler brauchen an den Tagen, an denen kein Wind weht und keine Sonne scheint – vielleicht sogar noch Jahrzehnte.“

Die Grünen hätten sich lieber mit einer Stilllegung abgefunden. Region-Fraktionschefin Brigitte Nieße meint: „Der Verkauf des Kohlekraftwerks Mehrum ist gut für Enercity, aber schlecht fürs Klima.“ Denn: „Solange das Kohlekraftwerk läuft, schädigt es das Klima und stößt weiter, neben CO2, viele andere Giftstoffe aus. Der Verkauf an EPH verlängert die Laufzeit eher noch.“ Nur ein konsequentes Abschalten aller Kohlekraftwerke bis 2030 und der zügige Bau von Anlagen zur Erzeugung von sauberem Strom garantiere die Klimaziele der Region. Wie die NP berichtete, sollen bis 2050 in Hannover und dem Umland die Treibhausgas-Emissionen um 95 Prozent gesenkt werden.

Von Vera König


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Kümmern Sie sich schon um Ihre Weihnachtseinkäufe?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok