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Anschläge

Mehr Sicherheit für jüdischen Friedhof

Anschläge auf den alten jüdischen Friedhof an der Strangriede (Nordstadt) hatte es in den vergangenen Jahren immer mal wieder gegeben. „Aber drei in zwei Monaten: Das hat eine neue Qualität“, sagt Michael Fürst, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Hannover, der der Friedhof mit der von dem berühmten Architekten Edwin Oppler geplanten Predigthalle gehört.

Hannover. Zunächst im November, dann Ende Dezember und nun erneut Anfang Januar drangen unbekannte Täter auf das Gelände ein, beschmierten Grabsteine mit Hakenkreuzen oder warfen diese um. Ein Stein flog in die Predigthalle, deren bleiverglaste Fenster die Täter auch mit Gewalt zu durchbrechen versuchten. „Das waren keine Kinder“, sagt Fürst und zeigt auf zwei Fenster neben dem Eingangstor der Halle, die deutlich eingedrückt sind. Offenbar hatten sich die Täter mit ihren Schultern dagegen geworfen, um sich so Zutritt zur Halle zu verschaffen.

Wegen der Häufung der Anschläge sieht sich Fürst zum Handeln gezwungen. Er führt Gespräche mit der Polizeidirektion Hannover und will die Nachbarn für das Problem sensibilisieren. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die Polizei alarmieren“, sagt Fürst. Die Chance, die Täter zu bemerken, sei gar nicht so schlecht, weil das Friedhofsgelände von sämtlichen umliegenden Häusern einsehbar ist. „Deshalb wollen wir Informationszettel in der Nachbarschaft verteilen und um Unterstützung bitten“, kündigt der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde an.

Außerdem denkt er darüber nach, ein besonders niedriges Mauerstück an der Südseite des Friedhofes mit einem Maschendrahtzaun und Efeu zu erhöhen, um potenziellen Eindringlingen den Zutritt zu erschweren. „Auch Beleuchtung könnte helfen und abschreckend wirken“, sagt Fürst, der sich von den Anschlägen „auf keinen Fall einschüchtern“ lassen will: „Es muss aber etwas passieren. So kann es nicht weitergehen.“

Zu möglichen Tätern gibt es laut Polizei derzeit noch keine Erkenntnisse.


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