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Meine Stadt Mehr Hilfe für Obdachlose in Hannover
Hannover Meine Stadt Mehr Hilfe für Obdachlose in Hannover
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00:22 03.03.2018
27.02.2018, Niedersachsen, Hannover: Der Obdachlose Leo aus Italien isst eine warme Mahlzeit des Johanniter-Kältebus. Der Kältebus fährt regelmäßig im Winter durch die Innenstadt und gibt Bedürftigen warmes Essen, Getränke und Kleider. Foto: Ole Spata/dpa +++ dpa-Bildfunk +++  Quelle: dpa
Hannover

 Noch immer herrschen Minusgrade, die das Leben von Obdachlosen akut bedrohen. Angesichts der aktuellen Wetterlage reagieren nun die Johanniter, auch die Üstra will zusammen mit der Stadt „weitere Hilfsangebote für Obdachlose entwickeln“.

Der Johanniter-Ortsverband Wasserturm weitet seine Obdachlosenhilfe aus und fährt ab sofort jeden Tag mit dem Kältebus. Noch Anfang der Woche hieß es bei den Johannitern auf NP-Anfrage, man werde lediglich an zwei Tagen pro Woche (dienstags und donnerstags) den Raschplatz und den Kröpcke anfahren. Nun also die Wende. „So lange Dauerfrost herrscht, fahren wir jeden Tag raus“, erklärte Dienststellenleiter Michael Homann. Die Entscheidung täglich ab 18 Uhr mit dem Kältebus im Einsatz zu sein und Obdachlose mit warmem Essen, Getränken, Decken und Kleidung zu versorgen, hätte das Team der Ehrenamtlichen selber getroffen, so Johanniter-Sprecherin Frauke Engel. „Aus humanitären Gründen, um Menschen zu retten.“

Der Bedarf sei da und nehme immer mehr zu, hieß es weiter. Nach Auskunft von Stadtsprecherin Michaela Steigerwald gebe es noch mehrere freie Schlafplätze für Frauen und Familien, aber die meisten Plätze für Männer seien in der Landeshauptstadt belegt. Aber: „Bei dieser Kälte weisen wir niemanden ab. Sollten alle Plätze belegt sein, dann bringen wir sie in anderen Unterkünften unter.“ Doch es gibt einen festen Kern an Obdachlosen, der diese Unterkünfte grundsätzlich meidet – aus Angst vor Gewalt und Diebstahl. Engel: „Und für die müssen wir jetzt einfach noch mehr da sein.“

Und auch das wird jetzt getan: Angelehnt an das Modell des Berliner Kältebusses fahren die Johanniter nun, neben den beiden festen Punkten in der Innenstadt, auch Sonderstationen an. „Der Kältebus wird zwar nicht wild durch die Stadt fahren, auf Zuruf aber auch gezielt Orte ansteuern, wenn uns dort Obdachlose gemeldet werden. Wenn es hart auf hart kommt, und diese Kälte ist für Obdachlose sehr hart, muss man alle Möglichkeiten ausschöpfen.“ Weiterhin prüft die Stadt, ob ein zweiter Kältebus angeschafft werde.

Schutz vor der Kälte bietet auch die Üstra: In der Station Kröpcke hält das Unternehmen einen geschützten Platz unter einer Rolltreppe vor, in den sich Obdachlose nachts zum Schlafen zurückziehen können. Protec-Mitarbeiter bewachen den Bereich, um die Wohnungslosen vor Übergriffen zu schützen. Auch in den anderen unterirdischen Stationen werden Obdachlose während des Dauerfrosts geduldet.

„Wir wollen helfen“, erklärte der Üstra-Vorstandsvorsitzende Volkhardt Klöppner: „Unsere Stationen können für Obdachlose eine letzte Rückzugsmöglichkeit sein, die ohne Formalitäten, Sprachkenntnisse oder zeitliche Beschränkungen zugänglich ist.“ Das Unternehmen wolle damit einen Baustein im Rahmen der gesamten Hilfsangebote für Obdachlose beitragen. Zusammen mit den sozialen Einrichtungen in der Stadt will die Üstra darüber hinaus weitere Hilfsangebote für Obdachlose entwickeln.

Von Britta Lüers

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