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Meine Stadt Mastputenbrüterei setzt Ministerin unter Druck
Hannover Meine Stadt Mastputenbrüterei setzt Ministerin unter Druck
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16:53 10.08.2010
Dicht gedrängt hocken die gemästeten Puten in ihrem Stall.
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Hannover. Die niedersächsische Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) hat Vorwürfe von Tierschützern gegen die Putenkükenbrüterei ihres Mannes zurückgewiesen. An zwei Putenmastbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern, in denen Tierschützer Bilder von quälerischer Massenhaltung aufgenommen haben wollen, sei das Unternehmen in keiner Weise beteiligt, ließ die CDU-Politikerin am Dienstag in Hannover erklären. Das ARD-Magazin „Report Mainz“ sprach in einem Bericht von engen Beziehungen der drei Betriebe.

Das Fernsehmagazin zeigte in einem Beitrag, der am Montagabend ausgestrahlt wurde, Bilder von verletzten und sterbenden Tieren, die Mitglieder der Tierrechtsorganisation PETA in zwei Putenställen in Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen haben wollen. An der Erzeugergemeinschaft sei die Mastputen-Brüterei Ahlhorn, die Agrarministerin Grotelüschen bis zu ihrem Wechsel in die Politik im April leitete, mit 30 Prozent beteiligt, wie der Sprecher des Landwirtschaftministeriums sagte.

Allerdings organisiere die Erzeugergemeinschaft nur den Einkauf von Futtermitteln und die Vermarktung gemeinsam. Es sei zwar zutreffend, dass die mittlerweile von Grotelüschens Mann geleitete Mastputen-Brüterei Putenküken an die anderen Mitgliedsbetriebe liefere, sagte Ministeriumssprecher Gert Hahne weiter. „Für die Haltung sind jedoch die belieferten Betrieb verantwortlich“, betonte er.

Auch Agrarministerin Grotelüschen sagte „Report Mainz“: „Ich habe also mit den Mecklenburger Betrieben persönlich oder als Familie, als Betrieb, nichts zu tun.“

Das Agrarministerium von Mecklenburg-Vorpommern meldete unterdessen Zweifel an der Echtheit der PETA-Bilder an. Die Aufnahmen seien nicht eindeutig den genannten Betrieben zuzuordnen. Zudem sei der Zeitpunkt der Aufnahmen unklar, erklärte das Ministerium in Schwerin. Die gezeigten Bilder seien allerdings „mit einer tierschutzgerechten Haltung von Puten nicht zu vereinbaren“.

Die beiden in der „Report“-Sendung gezeigten Putenmastbetriebe in den Ortschaften Alt-Schlagsdorf und Deylsdorf seien vergangenen Woche von den Veterinärbehörden kontrolliert worden. Dabei habe man festgestellt, dass Vorgaben zur Putenhaltung weitgehend eingehalten worden seien. Zudem hätten beide Betriebsinhaber in eidesstattlichen Erklärungen versichert, dass die Aufnahmen nicht aus ihren Ställen stammten.

PETA forderte dennoch den Rücktritt von Ministerin Grotelüschen. In den gezeigten Betrieben pickten sich Tiere gegenseitig die Augen aus. Sie stünden fast ihr ganzes Leben auf eigenen Exkrementen. „Menschen, die so etwas mit zu verantworten haben, dürfen nicht in Deutschland den Ton in Sachen Tierschutz angeben“, erklärten die Tierschützer.

Grotelüschen wurde im April vom damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff ins Amt berufen. Zuvor war die 45-jährige Ökotrophologen Geschäftsführerin in der Mastputen-Brüterei Ahlhorn. Das seit über 40 Jahren bestehende Familienunternehmen wurde 1991 mit dem Kauf eines ehemaligen VEB Geflügel-Betriebes in Neubrandenburg auch Vermarkter von Geflügelprodukten. Nach Angaben auf ihrer Homepage pendelte Grotelüschen anschließend beruflich sieben Jahre zwischen Ahlhorn und der mecklenburgischen Seenplatte.

apd

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