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Politik

Maschine mit syrischen Flüchtlingen in Hannover gelandet

Sie können es kaum fassen: 16 Frauen, Männer und Kinder aus Syrien landen am Flughafen Hannover - und das ganz legal. Der Austausch von Flüchtlingen zwischen der Türkei und der EU hat begonnen. 

Hannover. Sie kommen mit der frühen Linienmaschine aus Istanbul, in der auch Geschäftsleute und Touristen sitzen. 16 syrische Frauen, Männer und Kinder landen am Montag um 8.29 Uhr am Airport Hannover. Sie sind die ersten, die vom umstrittenen Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei profitieren. 

Erst vor einer Woche haben sie erfahren, dass sie aus der Türkei legal nach Deutschland einreisen dürfen. Den zahlreichen internationalen Journalisten in der Ankunftshalle will keiner der Ankommenden ein Interview geben, auch Filmaufnahmen möchten die Flüchtlinge nicht. "Sie sind alle sehr aufgeregt und ein bisschen verängstigt. Das ist alles sehr kurzfristig gewesen", erläutert Corinna Wicher vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Verschleierte Frauen gehen mit gesenkten Köpfen an den Kamerateams vorbei. Die meisten aus der Gruppe blicken zu Boden. Nur ein weißhaariger Mann im hellen Mantel lächelt und ruft: "Thank you Germany!".

Während die Jugendlichen eingeschüchtert wirken und einer sogar die Hand vors Gesicht hält, erleben drei kleine Jungen die Flugreise offenbar als Abenteuer. Ein etwa Achtjähriger schiebt stolz seinen Gepäckwagen und winkt lachend zu den Kameraleuten herüber. Von mehreren Polizisten wird die Gruppe durch den Nieselregen draußen zu einem weißen Reisebus begleitet, der sie ins Lager Friedland bei Göttingen bringen soll. "Dort haben sie die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen", sagt Wicher.  Die ersten Familien wurden vom UNHCR als besonders hilfsbedürftig ausgewählt, einige Mitglieder haben gesundheitliche Probleme.

 In einer zweiten Maschine um 12.00 Uhr sollten drei weitere syrische Familien eintreffen. Zwei ursprünglich auch vorgesehene Familien waren aus Krankheitsgründen nicht reisefähig. In Friedland erhalten die Neuankömmlinge einen Gesundheitscheck, zudem gibt es nach Angaben des niedersächsischen  Innenministeriums Willkommens- und Erstorientierungskurse. Anschließend werden sie niedersächsischen Kommunen zugewiesen.

Während die Gruppe zum Bus geführt wird, taucht auf einmal ein großer, dünner Mann mit einem gelben Plakat auf. Darauf steht: "Bitte flüchten Sie weiter. Es gibt hier nichts zu wohnen. Refugees not welcome". Auf die Störung zu reagieren, sei Sache des Flughafens, sagt der Sprecher der Bundespolizei, Frank Steigerwald: "Wir haben hier kein Hausrecht." dpa


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