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Meine Stadt Marktkirche Hannover: Das Fliegen-Fenster kommt
Hannover Meine Stadt Marktkirche Hannover: Das Fliegen-Fenster kommt
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18:53 20.03.2019
Neuer Akzent: So soll das Reformationsfenster in der Südwand der Marktkirche aussehen. Entworfen hat es der Künstler Markus Lüpertz, bezahlen wird es Altkanzler Gerhard Schröder. Quelle: Montage: Riemann
Hannover

Das umstrittene Fliegenfenster des Künstlers Markus Lüpertz für die Marktkirche kommt – das hat der Kirchenvorstand der Gemeinde in einer Sondersitzung am Mittwoch beschlossen. Gegen den anhaltenden Widerstand von Georg Bissen, dem Verwalter der Urheberrechte des Architekten Dieter Oesterlen, der das Gotteshaus nach dem Krieg umgebaut hatte.

„Unserer Auffassung nach hat eine Kirchengemeinde das Recht, über die Gestaltung ihres Kirchenraums zu entscheiden und ihren Gestaltungswillen durchzusetzen. Eine Kirche dient der Religionsausübung und ist kein Museum“, sagt Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann.

Reformationsfenster ein Jahrhundertprojekt

Leicht getan hat sich der Kirchenvorstand mit der Entscheidung nicht. Man habe diese „nach mehrjähriger intensiver Debatte“ getroffen, erklärte Kreisel-Liebermann. Diese sei „für ein Jahrhundert-Projekt wie das Reformationsfenster auch notwendig gewesen“. Man habe sich „eingehend mit den zustimmenden und ablehnenden Positionen beschäftigt“, versichert die Pastorin.

Der Kirchenvorstand hat zugleich beschlossen, eine Glasmanufaktur in Taunusstein mit der Produktion des Fensters zu beauftragen. Die Kosten in Höhe von 150 000 Euro übernimmt Altkanzler Gerhard Schröder. Umstritten ist das Fenster vor allem wegen der fünf Fliegen, die darauf zu sehen sein werden. Der Künstler Lüpertz verwendet diese als Symbol für das Böse. Darüber hinaus zeigt das Fenster Motive aus dem Leben und Werk des Reformators Martin Luther.

Gute Freunde: Der Künstler Markus Lüpertz (links) und Altkanzler Gerhard Schröder. Der eine hat das Fenster entworfen, der andere zahlt. Quelle: Wilde

Aus Sicht des Oesterlen-Erben Bissen passt das Buntglasfenster nicht in die Marktkirche, weil dieses unvereinbar mit dem schlichten architektonischen Konzept seines Stiefvaters sei, das dieser bei der Gestaltung des Gotteshauses umgesetzt hatte.

Nach dem Beschluss des Kirchenvorstandes muss nun in Abstimmung mit der Landekirche und dem Denkmalschutz ein Vertrag zur Anfertigung des Reformationsfensters ausgearbeitet werden. Die Gemeinde geht allerdings davon aus, dass allein die aufwendige Produktion des Kunstwerks einige Monate dauern wird.

Von Christian Bohnenkamp

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