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Riskanter Standort: Der BMW parkte direkt vor der Markthalle und wurde beim Sturm von den Windschutzelementen getroffen.

Justiz

Markthallen-Wirt muss 
für Sturmschaden zahlen

Sturmtief „Heini“ am 18. November 2015 war keine höhere Gewalt. Das hat Amtsrichter Albrecht von Bitter jetzt entschieden. Deshalb muss ein Markthallen-Wirt rund 770 Euro Schadensersatz an einen BMW-Fahrer leisten.

Hannover. Der Autofahrer hatte geklagt, weil ein Betonfuß und eine Glasscheibe auf sein Auto gestürzt waren. Sie standen als Windschutzelemente im Außenbereich der Gastronomie. Für die Beschädigungen des rechten Kotflügels und der Motorhaube stellte der BMW-Fahrer 1163 Euro in Rechnung.

Der Wirt hatte sich in dem Zivilprozess darauf berufen, dass der Orkan „höhere Gewalt“ gewesen sei und er die Beschädigungen nicht verursacht haben könne. Doch der Richter teilte diese Auffassung nicht. Bereits zwei Tage bevor „Heini“ durch die Karmarschstraße fegte, habe es eine Unwetterwarnung gegeben, die auch über diverse Medien verbreitet worden sei.

Doch damit nicht genug. Der Richter bewertete den Orkan als ein „Ereignis, mit denen nach der Erfahrung des Lebens zu rechnen“ sei. Sprich, ein solcher Orkan ist auch in Norddeutschland normal.

Der Richter gewährte dem Gastronom allerdings 25 Prozent Rabatt. „Aufgrund der Wetterlage und der offensichtlich nicht vorhandenen festen Verankerung der Einfriedungselemente hätte sich der Kläger einen anderen Stellplatz suchen müssen.“

Der Richter legte den Schaden auf 1028 Euro fest. Davon muss der Markthallen-Wirt jetzt 75 Prozent (771 Euro) erstatten. Der Forderung des BMW-Fahrers nach 100 Euro Schadensersatz wegen Wertminderung, gab der Amtsrichter nicht nach. „Das reparierte Auto hat für ihn den gleichen Wert wie das zuvor unbeschädigte Kfz“, urteilte der Richter.

Da der Kläger seine Forderung nicht zu 100 Prozent durchsetzen konnte, muss er nun auch 32 Prozent der Kosten des Rechtsstreits übernehmen.

Thomas Nagel


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