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Meine Stadt Maritim-Grand-Hotel: Betonklotz mit neuer Zukunft?
Hannover Meine Stadt Maritim-Grand-Hotel: Betonklotz mit neuer Zukunft?
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00:23 26.04.2014
IMMER NOCH UNVERÄNDERT: Die in die Jahre gekommene Fassade des Grand Hotel ist der Ratspolitik schon länger ein Dorn im Auge. Quelle: Wilde
Hannover

Vom angekündigten Rückzug der Hotelkette am Friedrichswall sind 92 Mitarbeiter betroffen, die in Voll- und Teilzeit, als Auszubildende oder Aushilfen in dem Sterne-Haus tätig sind. Für sie hat das Unternehmen noch keinen Plan, doch dazu sei es auch noch zu früh, so Sprecherin Britt Winter gestern: „Die Sicherung von Arbeitsplätzen ist bestimmt auch Teil der Verkaufsverhandlungen.“

Der jetzt angekündigte Verkauf vom Grand Hotel Hannover gegenüber dem Neuen Rathaus kommt etwas überraschend. Noch vor einem Jahr hatte das Unternehmen mit der Stadt über eine Verlängerung des Erbbaurechtsvertrags (Laufzeit bis 2023) verhandelt. Im Gegenzug wollte man die Fassade sanieren. Maritim sagte damals aber auch, dass die Finanzierung noch nicht geklärt sei.

Nach NP-Informationen hatte das Unternehmen vor einigen Jahren bereits versucht, beim Land eine Bürgschaft für einen millionenschweren Umbau bei gleichzeitiger Sanierung zu bekommen – vergeblich. Auch bei der Stadt soll Maritim anschließend abgeblitzt sein. Offenbar ist der Verkauf für die Hotelkette nun die letzte Option, aus dem Objekt bis zum Ablauf des Erbbaurechts noch entsprechende Erlöse zu erzielen.Nach NP-Informationen sind Investoren aus Frankfurt und ein Investor aus Hannover an der Übernahme interesssiert. Es soll bereits Besichtigungen des Hotelkomplexes durch die möglichen Käufer gegeben haben.

In Hannover streicht die Kette mit dem Verkauf die Segel, 2009 hatte Maritim bereits das Haus an der Hildesheimer Straße an Dormero veräußert. Künftig woolle sich das Unternehmen auf das Maritim-Airport-Hotel in Langenhagen konzentrieren.

Gebaut ist das Grand Hotel gegenüber des Rathauses (wie auch das Ihme-Zentrum oder das Bredero-Hochhaus) im Stil des sogenannten Brutalismus. Das bezeichnet einen Architekturstil der Moderne, dessen Blütezeit zwischen 1953 und 1967 lag. Heutzutage werden die Bauten in den Augen der breiten Öffentlichkeit eher als unattraktive Betonklötze angesehen.

Das am 4. November 1965 als Hotel Intercontinental eröffnete Haus wurde 1994 von der Maritim-Kette für rund 35 Millionen Mark übernommen. Die Gesellschaft zählt zu den größten inhabergeführten deutschen Hotelketten und hat ihren Firmensitz im nordrhein-westfälischen Bad Salzuflen. In Deutschland betreibt das Unternehmen 38 Hotels, im Ausland zwölf Hotels in sieben Ländern. Das erste Hotel entstand 1969 mit dem Maritim-Seehotel in Timmendorfer Strand. Die durchschnittliche Belegungsquote in allen Hotels betrug vor zwei Jahren 56,6 Prozent. Im Grand Hotel soll sie allerdings teilweise deutlich darunter gelegen haben, äußern Branchenkenner.

Maritim wolle sich in Hannover künftig ganz auf das Airport-Hotel am Flughafen konzentrieren, hieß es gestern aus dem Unternehmen. Obwohl dies – genau genommen – in Langenhagen liegt. Und nicht in der Landeshauptstadt. „Dort wird das Maritim auf moderne Weise präsentiert, hier sehen wir unsere Ausrichtung“, so Unternehmenssprecherin Britt Winter.

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