Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Marihuana-Shop in Nordstädter Wohngemeinschaft
Hannover Meine Stadt Marihuana-Shop in Nordstädter Wohngemeinschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 23.12.2012
Anzeige
Hannover

Christian Z. wird mit Handschellen in den Gerichtssaal geführt – seit Juli sitzt er in Untersuchungshaft. Der ebenfalls Angeklagte Elvedin B. kann sich frei bewegen. Die Freunde fragen höflich beim Justizbeamten, ob sie sich begrüßen dürfen: ein fester Handschlag. Auch die Freundin von Z. darf dem jungen Mann einen Kuss geben. Björn Nordmann verteidigt Elvedin B. Er erklärt: „Mein Mandant wohnt nicht in besagter Wohnung. Er ist dort gemeldet, damit er später leichter eine Wohnung findet – potenzielle Vermieter sollen eine positive Auskunft bekommen.“

Tatsächlich wohne er bei seinen Eltern. Als es zur Durchsuchung der vermeintlichen WG in der Nordstadt kam, war B. allerdings dort. Seine Sporttasche, die nach Marihuana gerochen haben soll, und 710 Euro Bargeld machten ihn nach Aussage eines Polizisten zu einem Verdächtigen – auch sein Zuhause wurde durchsucht.

Verteidiger Nordmann sagt: „Das Geld war für seinen Semesterbeitrag an der Hochschule bestimmt.“ Der Geruch könne wohl kaum ausreichend gewertet werden. Christian Z. lässt über seinen Anwalt, Dirk Schoenian, sowohl den Lebenslauf als auch ein Geständnis vortragen. Sein Cannabis-Konsum sei seit seiner frühen Jugend ein Problem – ohne wäre es nicht zu dem Handel gekommen.

Sieben Ankäufe habe er ab vergangenem September getätigt – jeweils 500 bis 1000 Gramm – und diese in Tütchen mit je 25 Gramm weiterverkauft. Die Kamera im Eingangsbereich des Hauses habe nichts damit zu tun. Ebenso wenig die Waffen – ein Samuraischwert, Revolver, Reizgas oder eine Luftpistole seien von verstorbenen Verwandten und zur Erinnerung aufbewahrt worden.

Seine Mutter und den Angeklagten B. entlastet er. Auf die Spur der amtlichen Mitbewohner kam die Polizei durch Hinweise aus der Nachbarschaft und der Drogenzene. Z. wurde zweimal observiert. Staatsanwaltschaft und die Verteidiger sind sich einig: Elvedin B. wird wegen fehlender Beweise freigesprochen. Für Christian Z. fordern sie eine Gesamtstrafe von drei Jahren. Das Urteil: drei Jahre und vier Monate. Richter Stefan Joseph begründet die Überschreitung: „Das sind keine kleinen Fische!“ eva

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige