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Meine Stadt Wird die Marienburg zum Millionen-Grab?
Hannover Meine Stadt Wird die Marienburg zum Millionen-Grab?
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06:32 30.11.2018
Für einen Euro verkauft: Die Marienburg geht in die öffentliche Hand über. Dafür gibt es viel Kritik von Opposition und Teilen der SPD und CDU. Quelle: Dröse
Hannover

Am Donnerstag erhitzte sich die Stimmung unter den Landespolitikern weiter. Grund: Sie hatten aus der Presse vom Vorhaben der rot-schwarzen Landesregierung erfahren, die Marienburg zu retten. Genaue Details zum Vorhaben wurden ihnen nicht vorgestellt.

Sperrt sich die SPD-Fraktion gegen die Finanzierung?

Besonders die SPD-Fraktion war über den „Hinterzimmer-Deal“ mit den Welfen verärgert. „Bei uns macht sich völlige Fassungslosigkeit breit“, sagte ein Mitglied der Fraktion. Dabei wurde vor allem der Umgangston kritisiert. Erst am Dienstag sei die SPD in einer Fraktionssitzung über das potenzielle Vorhaben informiert worden. Da habe noch nicht zur Debatte gestanden, dass der Plan bereits finalisiert worden sei. Dass Kulturminister Björn Thümler (CDU) am Donnerstagmittag offiziell die Pläne vorstellte, missfiel den Parlamentariern gewaltig. „Das ist eine Menge Geld, das dort in die Hand genommen wird und wir werden nicht beteiligt“, fuhr das SPD-Mitglied fort. Man schließe nicht aus, dass man sich in Zukunft möglicherweise gegen die Finanzierung sperren werde.

Im Haushalt für 2019 ist noch kein Posten für die Marienburg festgeschrieben. Laut CDU-geführtem Finanzministerium müsse das in kommenden Haushaltsaufstellungen vom Parlament geklärt werden. Insgesamt soll die Sanierung der Marienburg 27 Millionen Euro kosten. Die Summe teilen sich Bund und Land. Insider vermuten, dass mindestens das Doppelte benötigt wird.

Oldenburger CDU wütend über Projekt

Auch Teile der CDU sehen das Vorhaben kritisch. Es handele sich um ein „Millionen-Grab“. Aus parteinahen Kreisen weiß die NP: „In Oldenburg ist man wütend über das Projekt.“ Dort gebe es auch Schlösser, die saniert werden müssten.

Stefan Wenzel (Grüne) ist ebenfalls aufgebracht: „Die Pläne der Landesregierung und der Klosterkammer sind ein absolutes Unding.“ Der Eigentümer sei zum Erhalt des Denkmalschutzes verpflichtet, nicht das Land. Er ist sich sicher, dass „Stohmanngeschäfte mit der Klosterkammer“ gegen die Satzung verstießen.

Nach NP-Informationen hat die Klosterkammer eine Tochtergesellschaft eingesetzt, um die Satzung zu umgehen. Durch einen Deal mit dem Finanzministerium sei die Kammer von jedweder Finanz-und Rechtsverpflichtung befreit. Susanne Schütz (FDP): „Am Ende bleibt das Kostenrisiko in Millionenhöhe am Land und somit am Steuerzahler hängen.“

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte zunächst Gespräche mit den Welfen geführt, das Projekt dann Anfang 2018 in die Hände von Thümler gegeben. Bereits in der Amtszeit von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU, 2003 bis 2007) wurde über ein solches Vorhaben diskutiert.

Von Mandy Sarti

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