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Meine Stadt OB-Kandidatin – nichts für Mareike Wulf (CDU)
Hannover Meine Stadt OB-Kandidatin – nichts für Mareike Wulf (CDU)
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06:00 29.08.2018
SYMPATHISCH: Die Quereinsteigerin Mareike Wulf fand sofort Platz im CDU-Schattenkabinett. Quelle: Foto: Franson
Hannover

Sie ist nett, engagiert, gut aufgestellt für eine Quereinsteigerin in der Politik. Mareike Wulf, früher Geschäftsführerin der Unternehmerverbände Niedersachsen, gilt vielen in der CDU als Gewinn. Mit so einer Frau, so der Eindruck, könnten die Christdemokraten das Rathaus für sich erobern. Aus die Hoffnung. Nach NP-Informationen hat die 38-Jährige abgewunken.

Schon die Wulf-Plakate zur Landtagswahl hatten viele als Signal für kommunalpolitische Ambitionen verstanden. Während die CDU landauf, landab mit dem Spruch „Unser Land nach vorne bringen“ warb, stand unter dem Konterfei der Sozialwissenschaftlerin „Unsere Stadt nach vorne bringen“. War damit schon eine mögliche Gegenkandidatur zu OB Stefan Schostok (SPD) gesetzt?

Offenbar nicht. Vielleicht liegt das mit an der beachtlichen Karriere, die Wulf innerhalb eines Jahres hingelegt hat. Sie fand sofort einen Platz im Schattenkabinett von Bernd Althusmann (als Kultusministerin) und bekam zur Landtagswahl einen sicheren Listenplatz. Im Wahlkreis Hannover-Mitte erhielt sie zwar nur 25,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. SPD-Kandidat Alptekin Kirci setzte sich mit 41,1 Prozent durch. Doch Platz 12 brachte das Landtagsmandat, und die Sympathiewerte sicherten ihr die Aufgabe als stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, zuständig für Kultus und Wirtschaft.

„Es ist eine tolle Aufgabe, die ich seit neun Monaten habe, und ich freue mich auf die Zukunft“, so Wulf im Gespräch mit der NP. Ihre Zukunft, so soll sie auch Parteichef Dirk Toepffer gesagt haben, sieht sie im Landtag, nicht im Rathaus – und zwar unabhängig davon, wann Neuwahlen fällig wären. 2021 mit der Kommunalwahl oder früher, wenn es wegen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zum Untreue-Verdacht gegen Schostok einen Rücktritt von ihm oder eine Abwahl durch den Bürger gäbe.

Hannovers SPD wartet mit der Entscheidung, wer 2021 (oder früher) ihr OB-Kandidat wird, noch ab. Angesichts der Rathausaffäre und ihrer ihrer Folgen fällt vielen Genossen die Vorstellung schwer, noch mal Stefan Schostok aufzubieten. In Hinterzimmern kursieren Namen wie der Bundestagsabgeordneten Yasmin Fahimi oder Kerstin Tack oder sogar des Regionschefs Matthias Miersch, Fraktionsvize im Bundestag. Kaum vorstellbar, dass einer dieser drei Lust auf einen Verwaltungsjob in Hannover hat. „Völlig unangemessen, sich heute darüber Gedanken zu machen“, findet Tack. „Das ist gar kein Thema.“

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Von Vera König

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