Navigation:

Alexander Horke, Leiter der Abteilung Chirurgie angeborener Herzfehler in der MHH-Kinderklinik , spricht bei einem Pressegespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover (Niedersachsen), während die herzkranke Nina rechts neben ihm sitzt. Die vierjährige Nina war mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen. Nun wurde ihr ein Herz transplantiert.© dpa

Medizin

MHH rettet herzkranke Vierjährige

Wegen eines angeborenen Herzfehlers hat Nina (4) insgesamt ein Jahr in verschiedenen Kliniken gelegen – bis ihr in der MHH vor einem Jahr ein Spenderherz transplantiert werden konnte. Ein langer Leidensweg – auch wegen fehlender Spenderorgane.

Hannover. Nina wirkt wie ein ganz normales, aufgewecktes kleines Mädchen. Nur der Mundschutz und ein paar Schläuche erinnern daran, dass sie nicht gesund zur Welt gekommen war. Wegen eines angeborenen Herzfehlers hat sie insgesamt ein Jahr in verschiedenen Kliniken gelegen – bis ihr in der MHH vor einem Jahr ein Spenderherz transplantiert werden konnte.

„Heute geht Nina sogar in den Kindergarten, hat neue Freunde gefunden“, freut sich Mutter Claudia L. Für die Eltern der Vierjährigen ist das wie ein kleines Wunder. Und für ihre Ärzte an der MHH zeigt der Fall exemplarisch, wie wichtig gerade auch im Bereich der Kindermedizin eine gute Vernetzung kompetenter und interdisziplinär zusammenarbeitender Fachmediziner ist – und eine stärkere Bereitschaft zur Organspende.

Der Leidensweg der Familie aus Bocholt begann in Ninas vierter Lebenswoche. Ärzte hörten bei der U-3-Untersuchung auffällige Herzgeräusche, weitere Untersuchungen zeigten einen angeborenen Herzfehler. In einer Duisburger Klinik zeigte sich die ganze Dramatik: Nicht nur beide Herzklappen wa­ren zu klein, es gab auch eine Verengung der Aorta.

Dreimal wurde Nina in ihrem ersten Lebensjahr operiert, wobei die Ärzte versuchten, die schadhaften Regionen zu reparieren, und auch einen Herzschrittmacher einsetzten. Doch der Erfolg war nicht von Dauer. Ersatz ist bei im Wachstum befindlichen Kindern problematisch. In der Zeitung lasen die Eltern dann aber über die von Prof. Axel Haverich an der MHH entwickelten nachwachsenden Herzklappen und nahmen Kontakt auf.

Hier hatten die Mediziner um Alexander Horke noch die Hoffnung, dass sich Ninas Herz trotz einsetzender Komplikationen mit dem Einsatz einer sogenannten Hannover-Klappe wieder erholen und eine Transplantation vermieden werden könnte. Die Anfang März 2016 eingesetzte Klappe funktionierte, doch das Herz arbeitete weiterhin viel zu schwach. „Es ging Nina sehr schlecht“, so ihr behandelnder Arzt Harald Köditz, „sie war blass und verwirrt, erkannte ihre Eltern nicht.“ Auch nach ein paar Wochen hatte sich ihr Zustand nicht verbessert. „Wir mussten uns fragen, ob überhaupt noch eine Chance bestand, dass sich das Herz erholen könnte“, ergänzt Horke.

Ende April entschied man sich, Nina für eine Transplantation zu listen. Doch ihr Herz arbeitete so schwach, dass Lebensgefahr bestand. Um die Wartezeit auf ein Spenderorgan zu überbrücken, die sich dann bis in den November hinzog, wurde dem Mädchen ein spezielles Kunstherz implantiert, das sogenannte Berlin-Heart, bei dem sich im Gegensatz zu den Kunstherzen für Erwachsene auch die Pumpe außerhalb des Körpers befindet.

„Dank der Unterstützung durch das Kunstherz war Nina stabil“, berichtet Horke. Dennoch gab es auch jetzt Komplikationen. Am Morgen des 5. November 2016 lag Nina deswegen erneut auf dem OP-Tisch, am Mittag aber kam der rettende Anruf: Ein Spenderherz war gefunden. Noch am selben Tag erfolgte die Transplantation. Noch vor Weihnachten konnte Nina von der Intensiv- auf die Allgemeinstation verlegt werden und am 10. Januar nach acht Monaten in der MHH-Kinderklinik endlich wieder nach Hause.

Von Andreas Krasselt


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Kümmern Sie sich schon um Ihre Weihnachtseinkäufe?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok