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BISHER LEIDER NUTZLOS: Das Labor der MHH sollte fortschrittlich sein, viele Prozesse sollten automatisiert ablaufen. Nun steht es leer – und wenn es mal genutzt wird, ist wohl mehr Personal gefordert als angenommen.Foto: Eberstein

BISHER LEIDER NUTZLOS: Das Labor der MHH sollte fortschrittlich sein, viele Prozesse sollten automatisiert ablaufen. Nun steht es leer – und wenn es mal genutzt wird, ist wohl mehr Personal gefordert als angenommen.Foto: Eberstein© Jan Philipp Eberstein 2017

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NP Interview

MHH: Schaden täglich größer

„Der Schaden wird jeden Tag mehr“, sagt Lutz Bardelle vom Landesrechnungshof über das leerstehende neue Zentrallabor an der MHH.

Hannover. Krankenhäuser werden ja schon länger mit Strom betrieben. Wie kann es da sein, dass da ein Laborgebäude ohne ausreichenden Notstrom geplant wird?

Es hat offenbar Abstimmungsprobleme zwischen der MHH und dem Staatlichen Baumanagement gegeben. Genauer ist wohl nicht mehr zu sagen, wo der Fehler gelegen hat. Übrigens ist die Frage nach Notstrom nur der wichtigste Punkt. Auch die Planung anderer Anschlüsse, etwa für Kälte oder Lüftung, war in einem späteren Planungsstand nicht mehr ausreichend.

Die MHH wollte das Gebäude unter anderem mit Einsparungen finanzieren. Sie haben Zweifel?

Bei der Planung war die Laborstraße ursprünglich so modern, dass die MHH von den Krankenkassen deutlich mehr Geld für die Untersuchungen bekommen hätte, als sie die MHH gekostet hätten. Dieser Vorteil dürfte schrumpfen. Viele Kliniken haben inzwischen ähnliche Technik. Es ist zu erwarten, dass die Kassen die Erstattungsbeträge senken werden, die MHH bekäme also weniger Geld als geplant.

Es war auch von Personaleinsparungen die Rede.

Ja. Inzwischen plant die MHH mit Geräten vier verschiedener Hersteller für das Labor, weil die Klinikchefs verschiedene Anforderungen geltend gemacht haben. Derzeit sieht es so aus, als müssten die Proben dann doch wieder von Hand zwischen den Geräten hin und her getragen werden. Es geht um hunderte Proben am Tag, das erfordert mehr Personal.

War nicht die ursprüngliche Idee hinter dem Labor, es zu automatisieren?

So haben wir das auch verstanden. Wir sind auch der Ansicht, dass es Fördertechnik gibt, um Geräte verschiedener Hersteller zu verbinden. Wir denken, das sollte die MHH nochmals prüfen. Diese Fragen liegen eindeutig in der MHH-Verantwortung.

Wie hoch ist der Schaden für das Land denn nun?

Wir gehen derzeit von vier Millionen Euro aus. Und jeden Tag, den das Gebäude nicht genutzt wird, wird es mehr. Es gibt jetzt offenbar bei der MHH die Überlegung, einen Qualitätsbeauftragten für den Laborneubau einzusetzen. Wenn der dann zu dem Ergebnis kommt, dass es sinnvoller ist, in Teilen noch einmal neu zu planen, ist der Schaden natürlich noch viel höher ...


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