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Meine Stadt MHH: Olé, die Spanierinnen sind da!
Hannover Meine Stadt MHH: Olé, die Spanierinnen sind da!
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00:16 08.08.2013
HERZLICHES WILLKOMMEN: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (Mitte) begrüßte die spanischen Fachkräfte in der MHH. Quelle: Michael Wallmueller
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Hannover

Ein wenig traurig ist Maria schon, dass sie nicht in der Nähe ihrer Familie arbeiten kann. „Aber die wirtschaftliche Lage in Spanien ist so angespannt“, sagt die 21-Jährige, „und Deutschland ist ein Land, in dem man gut leben kann.“ Noch muss Dolmetscher Francesco Caramia ihre Wörter übersetzen, doch in sechs Wochen schon dürfte ihr die noch nicht so vertraute Sprache sehr viel lockerer über die Lippen kommen als heute.

Maria ist eine von 18 Pflegekräften aus Spanien, die seit 1. August in der MHH beschäftigt sind. 15 junge Frauen und drei Männer, die meisten im Alter zwischen 21 und 24. Alles studierte Krankenpfleger und -pflegerinnen mit einem Bachelor-Abschluss. „In der Akademisierung der Gesundheitsberufe liegt Deutschland in Europa weit zurück“, sagt MHH-Präsident Christopher Baum, der allerdings für das kommende Jahr auch an der MHH einen Bachelor-Studiengang in der Krankenpflege ankündigte.

Die spanischen Fachkräfte bringen theoretisches Wissen mit, das im Bereich von Uni-Kliniken besonders wertvoll ist. Die fehlenden praktischen Module, der Vorteil der dualen Ausbildung in Deutschland, werden nun nachgeholt. Das Allerwichtigste aber ist zunächst: Deutsch lernen.

Grundkenntnisse bringen sie mit. In der Vorbereitungsphase haben alle Deutschkurse besucht und das sogenannte B-1-Niveau erreicht. Gut genug für die Touristenklasse. Nicht aber für den Umgang mit Krankenhauspatienten. Während die Landesregierung im März mit einem fachspezifischen Sprachtest für Pflegekräfte in Seniorenheimen den Zugang zum hiesigen Berufsmarkt erleichterte, müssen die künftigen MHH-Pflegerinnen den anspruchsvollen B-2-Test bestehen.

Parallel werden sie schrittweise an die deutsche Pflegepraxis herangeführt. Kommende Woche Mittwoch erleben sie ihren ersten Arbeitstag auf einer Station, natürlich begleitet. Vier Tage Sprache büffeln, einen Tag Praxis heißt es dann. Nach bestandener Deutschprüfung werden sie als Pflegehelfer eingesetzt, bis ihre spanischen Abschlüsse formell anerkannt sind.

Wurden erste spanische Pflegefachkräfte vor einem Jahr noch durch einzelne Unternehmen wie etwa den Dana-Konzern angeworben, wird das aktuelle Projekt „Bienvenido! Spanische Fachkräfte für Niedersachsen“ vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft organisiert. Es verspricht passgenaue Anwerbungen und Vorbereitungen für Unternehmen und intensive sprachliche und interkulturelle Vorbereitung sowohl im Heimatland als auch in Niedersachsen. Für die Wirtschaft geht es um benötigte Fachkräfte, für die Spanier um einen Job. In ihrer Heimat würden sie zwar theoretisch besser bezahlt, praktisch aber auf der Straße sitzen.

Bundesarbeitministerin Ursula von der Leyen (CDU), die sich das Projekt gestern vorstellen ließ, verbindet damit die große Chance der europäischen Freizügigkeit: „Wir müssen anfangen, den Arbeitsmarkt europäisch zu denken“, sagte sie gestern. Es gehe auch darum, „einander besser kennenzulernen, nicht im Urlaub, sondern im Alltag mit all seinen Schwierigkeiten“.

Sollte dies gelingen, würde Europa für die junge Generation nicht nur Krise bedeuten, sondern auch Hoffnung. Was weder auf Pflegekräfte beschränkt bleibt - ein Vorläuferprojekt hatte sich bereits um Ingenieure bemüht - noch auf Spanien als Rekrutierungsland. Aus Spanien kamen im vergangenen Jahr 9000 Einwanderer mehr als 2011 (plus 45 Prozent). Die Zahlen der Einwanderungen aus Griechenland (10 000) und Portugal (4000) stiegen jeweils um 43 Prozent, aus Italien mit 12 000 Einwanderern um 40 Prozent.

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