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Hilfe fürs Herz: Die MHH-Ärzte Johann Bauersachs, Denise Hilfiker-Kleiner und Constantin von Kaiserberg (von links) mit Patientin Bianca W.

Hilfe fürs Herz: Die MHH-Ärzte Johann Bauersachs, Denise Hilfiker-Kleiner und Constantin von Kaiserberg (von links) mit Patientin Bianca W.
© Foto: Dröse

Hannover

MHH-Mediziner machen auf schwangerschaftsbedingte Herzschwäche aufmerksam

Kardiologen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben auf die oft erst verzögert diagnostizierte peripartale Herzschwäche (PPCM) aufmerksam gemacht. Die lebensbedrohliche Erkrankung trete ohne Vorwarnung im letzten Schwangerschaftsmonat oder in den ersten Monaten nach der Geburt auf, teilten die Spezialisten am Dienstag mit.

Hannover. Es war nur ein kleiner Hügel, aber Bianca W., gerade Mutter geworden, kam ihn einfach nicht hoch. Sie war geschockt: „Das gibt es doch nicht, ich muss zum Arzt“, dachte sie, während alle anderen Passanten sie überholten. Wenig später folgte die Diagnose: schwangerschaftsbedingte Herzschwäche, auch Peripartale Cardiomyopathie (PPCM) genannt.

Eine lebensbedrohliche Erkrankung, die Hausärzte selten erkennen. Auf sie machten gestern Kardiologen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) aufmerksam.

Die MHH ist Europas größtes PPCM-Zentrum, dort sammeln Ärzte bereits seit Jahren Erkenntnisse über die Herzschwäche, die sonst auch mal als Schwangerschaftsdepression abgetan wird. „PPCM tritt ohne Vorwarnung im letzten Schwangerschaftsmonat oder in den Monaten nach der Geburt auf“, erklärt Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. Binnen weniger Wochen kann sie zu schwerem Herzversagen und sogar zum Tode führen. „Im Notfall komme auch eine Herztransplantation in Betracht“, sagt MHH-Kardiologin Denise Hilfiker-Kleiner, „die Symptome treten zunächst schleichend auf: Abgeschlagenheit, Atemnot, Husten, Gewichtszunahme, besonders durch Wassereinlagerungen in Lunge und Beinen, sowie Herzrasen.“ Allerdings sei nur eine von etwa 2000 Schwangeren betroffen. Gut die Hälfte der Betroffenen erholt sich zudem nach einer medikamentösen Therapie. Dazu habe die MHH-Forschung einen großen Beitrag geleistet.

Ein hohes PPCM-Risiko haben betroffene Frauen zudem bei einer erneuten Schwangerschaft. Oft wird ihnen sogar ein Abbruch empfohlen – „das verhindert die Krankheit aber nicht“, weiß Kardiologin Hilfiker-Kleiner. An der MHH werde dagegen eine engmaschige Betreuung angeordnet. Wie bei Bianca W. aus Bad Oeynhausen: Ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter und der diagnostizierten PPCM wurde sie erneut schwanger. Heute ist sie überglücklich, wenn sie mit Sohn Tim (2) spielt: „Es ist immer noch wie ein Wunder!“

Von Simon Polreich


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