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Vor Gericht und hinter einer Mappe versteckt - die Lotto-Oma.

Vor Gericht und hinter einer Mappe versteckt - die Lotto-Oma.© Michael Wallmueller

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Justiz

Lotto-Oma gewinnt Gutachten

Regina O. hatte einen Erpresser-Brief an Toto-Lotto in Hannover geschrieben, Mitarbeiter der Glücksspielfirma bedroht und die Ziehung ihrer Glückszahlen 4, 13, 18, 29, 39 und 43 eingefordert. Gestern stand sie deshalb vor Gericht. Ein Gutachten soll jetzt ihren geistigen Zustand überprüfen.

Hannover. 15 Minuten weigerte sich Regina O. (66), den Gerichtssaal 2145 im Amtsgericht zu betreten. Die Erpresser-Oma hatte Furcht vor den Fotografen. Richterin Sylvia Riedel war ratlos und musste zweimal auf die Angeklagte einreden. Am Ende hielt sich die Seniorin eine Aktenmappe vor den Kopf, als die Fotografen ihre Arbeit machten. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde dann erörtert, ob Regina O. wegen vermeintlichen Schwachsinns psychiatrisch untersucht werden müsse.

Das Schöffengericht befand: Es ist eine Begutachtung notwendig. Der Prozess beginnt deshalb irgendwann 2017 von vorne. „Die Begutachtung dauert sicher mehrere Monate“, so die Richterin.

Regina O. hatte am 5. Januar 2015 einen Erpresser-Brief an Toto-Lotto in Hannover geschrieben. Darin bedrohte sie Mitarbeiter der Glücksspielfirma mit dem Tode, falls nicht die Zahlen 4, 13, 18, 29, 39 und 43 gezogen werden. Die Rentnerin und Hausfrau aus Bad Sachsa (Kreis Göttingen) gab sich dabei als „Irak-Veteran“ aus, der „schon viele getötet“ habe.

Die Beweislage ist eindeutig wie selten in einem Strafverfahren: Die DNA auf einem Schreiben an das Glücksspielunternehmen stammt von der Seniorin. Ein Handschrift-Gutachten ergab, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den Erpresser-Brief geschrieben hat. Bei einer Hausdurchsuchung wurden alte Tippscheine gefunden, deren Zahlenfolge in vorherigen Bettelbriefen an Toto-Lotto gefordert worden war. Die Lottozahlen wurden landesweit nur in einem Supermarkt in Bad Sachsa getippt. Dort gibt die Lotto-Oma seit Jahren ihre Tippscheine ab.

Trotzdem meinte sie zu Prozessbeginn: „Ich habe keinen Brief geschrieben.“ Am Ende der Beweisaufnahme änderte dann ihr Anwalt seine Taktik.Seine Mandantin sei wegen Schwachsinns schuldunfähig, sagte er. Das könne man anhand der Briefe erkennen. Ein ärztliches Attest für seine Behauptung konnte er nicht vorlegen.

Das Gericht erörterte eine Stellungnahme der Hausärztin von Regina O. - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ergebnis: Die Angeklagte wird von einem MHH-Psychiater begutachtet. Merkwürdig war die Formulierung der Richterin „Zu einer aktiven Mitgestaltung am Gutachten ist die Angeklagte nicht verpflichtet“. Die Verzögerungstaktik des Anwalts ist hundertprozentig aufgegangen.


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