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Lotto King Karl war viele Jahre an der Löwenbastion

Lotto King Karl war viele Jahre an der Löwenbastion.
 © Herzog

Rückzug beim Maschseefest

Löwenbastion holt die Segel ein - Hannover Concerts tritt ab

Überraschung: Hannover Concerts hat seinen Rückzug beim Maschseefest angekündigt und wird in den kommenden drei Jahren die Löwenbastion nicht mehr bespielen. Davon betroffen sind 36 Bands, denen der Konzertveranstalter jedes Jahr eine Bühne geboten hat.

Hannover. Lotto King Karl, Sweety Glitter, The Jinxs, Terry Hoax und eine Reihe Live-Bands mehr: Über 20 Jahre war die Löwenbastion Anlaufpunkt für Live-Musiker aus Nah und Fern, pilgerten Fans der Live-Unterhaltung in Scharen regelmäßig zur Löwenbastion am südlichen Rudolf-von-Bennigsen-Ufer. Damit ist jetzt Schluss. Hannover Concerts, das die Löwenbastion über das Veranstaltungszentrum Capitol betrieben hat, hat sich nicht für die Maschseefest-Periode 2017 bis 2019 beworben. Hauptgründe für Hannover Concerts-Chef Michael Lohmann: Immer anspruchsvollere Auflagen, immer weniger Tage mit Live-Musik, ständige Diskussionen um den Lärm und neu die Sperrzeiten ab diesem Jahr. „Aufwand und Risiko standen schon in den Vorjahren in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag“, so Michael Lohmann zur NP.

Rückkehr im Jahr 2020 grundsätzlich nicht ausgeschlossen

Maschseefest-Betreiber ist die Hannover Veranstaltungs-GmbH (HVG), dessen Chef Hans Nolte bestätigte, dass sich Hannover Concerts nicht erneut um die Löwenbastion beworben habe. „Das Auswahlverfahren für die kommenden Jahre läuft noch. Es gibt einen Neustart an der Löwenbastion, mehr kann ich wegen des laufenden Verfahrens nicht sagen.“ Grundsätzlich schloss Michael Lohmann eine Rückkehr an den See ab 2020 nicht aus, doch dazu müssten sich die Ausschreibungsbedingungen ändern: „Ich warte ab, was passiert.“ Vom Rückzug von Hannover Concerts sind etwa 36 Bands betroffen, die an den zwölf Spieltagen während des Maschseefestes aufgetreten sind. Mit Hannover Concerts verschwindet auch der Bayerische Biergarten an der unteren Löwenbastion – für viele Maschseefestbesucher einer der schönsten Orte, weil man direkt am See sitzt.

Unterm Strich blieben etwa 35000 Euro übrig – zu wenig

Als Start des Maschseefestes gilt das Jahr 1986, Hannover Concerts an der Löwenbastion gehörte zwar nicht zu den Mitbegründern, prägte die Seesause aber weiter über 20 Jahre und machte es nicht zuletzt auch mit groß. Live-Auftritte etwa von Sweety Glitter oder Lotto King Karl waren Standard und gehörten zum Muss eines jeden Festbesuches. „Mit tut die Entscheidung auch leid, aber unterm Strich lohnte sich unser Engagement schon länger nicht mehr“, sagte Michael Lohmann weiter. Ein offenes Stadtgeheimnis ist es, dass Lohmanns langjähriger und inzwischen verstorbener Kompagnon Wolfgang Besemer dem Engagement immer schon distanziert gegenübergestanden hat, um es zurückhaltend zu formulieren. Hannover Concerts hat sich nach Angaben von Michael Lohmann jedes Jahr mit rund 500 000 Euro engagiert, darin enthalten sind sämtliche Kosten für Standmiete, Bands, Personal, Bühne, Security, Strom, Wasser und Aufbauten. „Die letzten Jahre blieben zwischen 10 000 und 35 000 Euro übrig. Zu wenig bei unserem Aufwand.“ Wegen des schlechten Wetters machte Hannovers Concerts zuletzt sogar 45 000 Euro Miese. Anders ausgedrückt: „Wer das Maschseefest rein wirtschaftlich betrachtet, kann nur zu der Erkenntnis kommen, dass es sich für uns nicht lohnt.“

Geld bringen Nachtstunden, die fallen weg

Als problematisch sieht es Michael Lohmann vor allem an, dass dem Fest im Zuge der Debatten mit Anliegern und mit dem Lärmschutzforum Hannover um den Musiklärm Live-Tage vom Veranstalter gestrichen und ab diesem Jahr sogar eine Sperrstunde fürs Maschseefest eingeführt worden sei. „Wir sind ohnehin an einem schwierigen Standort und gehören am See aus meiner Sicht zur C-Lage. Live-Musik hat etwas mit Empfindungen zu tun, da muss vorne was rauskommen. Und Geld bringen vor allem die Nachtstunden für uns. Und die fallen jetzt weg.“

Michael Lohmann betont, dass der Rückzug vom Maschseefest nichts mit dem großen Konzert-Sommer in Hannover zu tun hat mit Bands etwa wie Depeche Mode, Coldplay oder Helene Fischer, Guns N’Roses.

Ausschreibung für 19 statt bisher 16 Plätze läuft noch

Eine Novelle im Ausschreibungsrecht hatte es notwendig gemacht, dass das Maschseefest der Jahre 2017 bis 2019 erstmals europaweit ausgeschrieben werden musste – weil es in diesen drei Jahren einen Umsatz von mehr als 5,3 Millionen Euro Umsatz erzielt. Beworben hatten sich dennoch nur Gastronomen aus Deutschland. Neu außerdem: Die HVG vergibt 19 statt bislang 16 größere Plätze. Auf diese 19 Standorte hatten sich 35 Betreiber gemeldet. Neu aufgenommen hat die HVG den Steg zwischen „Pier 51“ und Löwenbastion. Zudem wurde das Westufer in zwei Flächen geteilt, zuletzt war dort nur der Puerto Español gewesen. Auch den Geibeltreff hat die HVG gesplittet, er besteht jetzt aus drei statt zwei Flächen. Am Geibeltreff waren bisher Gosch Sylt und „Clichy“. Grund für die Neuerung: Nach sechs Jahren sei es an der Zeit gewesen, das Konzept nachzubessern, um noch mehr Abwechslung und Internationalität an den See zu bringen, begründete HVG-Chef Hans Nolte die Maßnahme. Man wolle den Besuchern mehr Optionen am See bieten. Insgesamt stehen für das Maschseefest jetzt 24 500 Quadratmeter zur Verfügung. Die 19-tägige Veranstaltung mit ihren rund 2,2 Millionen Besuchern dauert in diesem Jahr vom 2. bis 20. August.

Von Andreas Voigt

hannover Rudolf-von-Bennigsen-Ufer, Löwenbastion

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