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Meine Stadt Protest gegen Polizeigesetz: Tausende ziehen durch Hannover
Hannover Meine Stadt Protest gegen Polizeigesetz: Tausende ziehen durch Hannover
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19:36 08.09.2018
Tausende Demonstranten protestieren gegen das neue niedersächsische Polizeigesetz. Quelle: Franson

Tausende Demonstranten sind am Sonnabend wegen der geplanten Änderung des niedersächsischen Polizeigesetzes auf die Straße gegangen. Etwa 8300 Demonstranten zogen nach Angaben der Polizei mit bunten Plakaten und Fahnen vom Bahnhof durch die Innenstadt zum Landtag. Die Veranstalter sprachen von rund 13.000 bis 15.000 Teilnehmern.

Zu der Demonstration hatte ein Bündnis von mehr als 120 politischen und gesellschaftlichen Gruppen aufgerufen. Parteien, Gewerkschaften, Datenschützer aber auch linksradikale Organisationen und Ultra-Gruppierungen verschiedener Fußballvereine haben sich dem Protest gegen das neue Gesetz angeschlossen.

Protest gegen die Novelle des niedersächsischen Polizeigesetzes in Hannover.

Der Protest verlief weitgehend friedlich. Einige Teilnehmer stimmten Anti-Polizei-Gesänge an, vor dem Innenministerium wurde Pyrotechnik gezündet. Doch dieses Verhalten blieb die Ausnahme.

Die Polizei zieht ein positives Fazit. "Bis auf das vereinzeltes Zünden von Pyrotechnik und Nebeltöpfen im Verlauf der Aufzugsstrecke, ist die Versammlung absolut friedlich verlaufen. Hierfür hat sicherlich auch das von mir vorgegebene, defensive Einsatzkonzept sowie das zurückhaltende und besonnene Auftreten unserer Einsatzkräfte gesorgt", betont der Einsatzleiter Uwe Lange. 

Mit bunten Plakaten, Fahnen, Bannern und Sprechchören haben Tausende Demonstranten in Hannover gegen das neue niedersächsische Polizeigesetz demonstriert. Zwischendurch durften die Aufschriften auch lustig sein. Wir haben einige Beispiele in einer Bildergalerie gesammelt.

Die rot-schwarze Landesregierung will zur Terrorabwehr der Polizei mehr Befugnisse geben. Gefährder sollen zum Beispiel für 74 Tage in Präventionshaft kommen oder mit elektronischen Fußfesseln überwacht werden. Die Ermittler sollen auch Schadsoftware einsetzen können, um Verdächtige auszuspähen. Kritiker befürchten massive Eingriffe in Bürgerrechte und fordern, dass die große Koalition den Gesetzentwurf überarbeitet. 

Die Ereignisse im Ticker zum Nachlesen

Ticker: man/sp/tm/ewo

Fotos von: Samantha Franson, Michael Wallmüller, Christian Elsner und Swen Pförtner/dpa