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UNGLÜCKSORT: In diesem Becken im Lister Bad lag das Kind, wäre wohl beinahe ertrunken.

UNGLÜCKSORT: In diesem Becken im Lister Bad lag das Kind, wäre wohl beinahe ertrunken.© Sielski

Unglück

Lister Bad: Polizei ermittelt gegen Mutter

Wie es zu dem dramatischen Badeunfall im Lister Bad am Sonnabend kommen konnte (NP berichtete), ist auch drei Tage danach ungeklärt. „Wir haben die Mutter des Mädchens noch nicht befragen können“, sagte am Montag Polizeisprecher Sören Zimbal.

Hannover. Das Kind soll aber inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden sein.

Gegen 17 Uhr lag die Dreijährige regungslos am Boden des etwa 30 Zentimeter tiefen Babybeckens. Insgesamt gibt es im Lister Bad fünf Becken. Zunächst hatte die Polizei gemeldet, dass Kind sei vier Jahre alt. Die Mutter (27) ist Niederländerin, lebt jedoch in Hannover und war zum Zeitpunkt des Unglücks nach Angaben der Polizei für etwa zwei Minuten nicht bei ihrem Kind. Offenbar holte die Frau, die mit mehreren Kindern im Freibad war, eine Tasche. Sprecher Zimbal ließ am Montag offen, ob die Mutter bislang nichts zu dem Vorfall sagen wollte oder ob sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht. Gegen die 27-Jährige wird inzwischen wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Zimbal: „Sie hat ihre Aufsichtspflicht als Mutter verletzt, indem sie ihre Tochter alleine am Becken hat stehen lassen.“

Gegen weitere Badegäste, die möglicherweise nicht halfen, das Kind zu retten, wird hingegen nicht ermittelt. Und das, obwohl mehrere Badegäste der Mutter, als diese zurück zum Babybecken kam, sagten, ihr Kind treibe leblos auf dem Grund des Beckens.

Eine, die geholfen hat, ist Julia Panten - die Polizistin verbrachte einen freien Tag im Freibad. „Die Mutter rannte plötzlich an mir vorbei mit ihrem leblosen Kind und schrie“, sagt Panten. Die Dreijährige habe Schaum vorm Mund gehabt, „ein Zeichen dafür, dass Wasser in die Lunge gekommen ist“, so Panten. Eine andere Frau begann sofort mit dem Beatmen. „Ich habe die ganzen Menschen angeschrien, die da drumrum standen und nur guckten, aber nichts taten.“ Anschließend rieb sie das Kind mit einem Handtuch ab, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Die Stadt Hannover, die das Lister Bad betreibt, zeigte sich erleichtert, dass der Unfall ein glückliches Ende genommen hat. Sprecher Udo Möller: „Das Kind lebt und das ist die Hauptsache!“ Sind nach dem Unglück Änderungen im Sicherheitskonzept geplant? „Nein, Änderungen oder mögliche Einzäunungen der Becken sind nicht geplant. Auch das Personal muss nicht aufgestockt werden, da am Sonnabend ausreichend Mitarbeiter im Freibad waren.“ Der Fehler sei nicht auf der Seite der Betreiber zu suchen. „Zudem haben wir bereits seit langem im Bad Sicherheitsvorschriften plakatiert.“

Britta Lüers, Sebastian Scherer


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