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Meine Stadt Linden-Nord: Immer mehr illegale Partys ärgern Anwohner
Hannover Meine Stadt Linden-Nord: Immer mehr illegale Partys ärgern Anwohner
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00:16 29.07.2017
GESPRÄCHSBEREIT: Das Faust sorgt auch mit dem Publikumsverkehr für Lärm. Lösungen werden gesucht. Quelle: Foto: Archiv
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Hannover

„Die Partys werden immer mehr“, klagt Björn Strauch, leidgeprüfter Anwohner des Faust-Geländes in Linden-Nord. Schon vor Jahren hat er eine Nachbarschaftsinitiative gegen den Lärm gegründet. Doch die Situation wird offenbar immer schlimmer. Vergangenes Wochenende war der bisherige Höhepunkt.

Im Kulturzentrum tobte die Open-Air-Party „Dunkle Vorahnung“ das ganze Wochenende durch. Strauch ist unmittelbarer Anwohner. „Ich kriege alles mit, was da auf der Wiese läuft“, sagt er. Doch das Faust war an diesem Wochenende nicht das Schlimmste: Freitagnacht hatte die Polizei eine Privatparty am gegenüberliegenden Leineufer mit rund 300 Teilnehmern auflösen müssen (NP berichtete). Die wummernden Bässe der Musik brachten die Anwohner um den Schlaf.

Nicht das erste Mal, das irgendjemand dort ein Zelt und eine Anlage aufgestellt hat und mit lauten Elektro-Klängen zahlreiche Partygänger anlockte. Diesmal war die Sause offenbar von einer Familie aus Sarstedt veranstaltet worden, die, obwohl sie auf Facebook dafür geworben hatte, gar nicht mit so einem Andrang gerechnet haben will. Auf die Idee, am Leineufer zu feiern, hatte sie aber wohl ein Vorgänger gebracht. Auch eine schlechte Idee findet Nachahmer.

Keine dieser Partys war von der Stadt genehmigt worden. Doch eingeschritten ist die Polizei jetzt zum ersten Mal, offenbar, weil Anwohner den Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der im Auftrag der Stadt dort war, angesprochen hatten.

„Jeder, der eine Veranstaltung im öffentlichen Raum machen will, ist gut beraten, einen Genehmigungsantrag zu stellen“, erklärt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. „Dann könnten die Fachberater darüber aufklären, was dabei zu beachten ist.“ Etwa das Vermeiden unzumutbarer Lärmbelästigungen. Ohne Genehmigung aber kann die Polizei die Party stoppen, und den Veranstaltern droht ein Bußgeld.

Doch warum die Polizei nicht bei den vorherigen Elektro-Partys eingegriffen hat, bleibt unklar. Hat sich keiner beschwert? „Wenn wir Hinweise bekommen, reagieren wir im Rahmen unserer Möglichkeiten“, versichert eine Sprecherin. „Wir werden auch auf Grund eigener Feststellungen aktiv.“

Dass sich niemand an den wilden Leine-Partys gestört haben soll, will Björn Strauch nicht glauben. Seine Initiative hat zum wiederholten Mal eine Unterschriftensammlung gestartet, um die Stadt auf das Problem aufmerksam zu machen. Vor zwei Jahren hatte die Stadt noch „keine besondere Beschwerdelage“ gesehen. Angesichts des Polizeieinsatzes am Wochenende könnte sich das etwas geändert haben.

Die Reaktionen der Betroffen beider Seite reichen von Wut über Nachsicht bis zu Unverständnis. In einem Online-Kommentar empfiehlt ein Partybesucher den seiner Meinung nach älteren Anwohnern zynisch, doch aufs Dorf zu ziehen. „Die Leute sind teilweise sehr aggressiv, wenn man sie anspricht“ weiß auch Björn Strauch, der eigentlich für ein auskömmliches Miteinander eintritt.

Positive Signale jedenfalls gibt es auch von Seiten des Faust. „Ich entschuldige mich für die außergewöhnliche Belästigung am Wochenende“, so Geschäftsführer Michael Krüger zur NP. „Das war ganz schön heftig, wir verstehen, dass das genervt hat.“ Von der Party am Leineufer habe man zwar nichts gewusst, und es seien im Sommer immer viele Leute unterwegs, mit denen das Kulturzentrum Faust nichts zu tun habe. „Aber so etwas wie an diesem Wochenende werden wir nicht mehr machen.“

Von Andreas Krasselt

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