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RETTUNG: Feuerwehrleute holen über die Drehleiter eingeschlossene Mieter aus dem Haus.

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Kriminalität

Linden: Brandstifter zündelt im Keller von Wohnhaus

„Das ist Wahnsinn, dass Menschen so etwas machen. Da hätten Kinder sterben können.“ Anwohner Sami Ben Brahim (42) ist fassungslos: Ein Brandstifter hat am späten Mittwochabend kurz vor Mitternacht in einem Keller seines Hauses Feuer gelegt.

Hannover. Die Flammen qualmen so stark, dass sich dichte schwarze Rauchwolken rasend schnell im Treppenhaus verteilen und in die Wohnungen eindringen. Acht Hausbewohner müssen von der Feuerwehr durch Fenster über Leitern und Drehgestelle gerettet werden. Eine Mutter (23) und ihr kleiner Sohn (5) werden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Alle anderen kommen unverletzt davon. Die Feuerwehr kann das brennende Gerümpel im Keller schnell löschen. Nach Schätzungen der Polizei beträgt der Gesamtschaden rund 50000 Euro.

Und so hat Ben Brahim die Geschichte erlebt: Er döst gerade vor dem Fernseher auf dem Sofa, als er gegen 23.45 Uhr plötzlich von dem stechenden Geruch wach wird: „Es hat nach Plastik gestunken.“ Der 42-Jährige öffnet seine Wohnungstür - und schließt sie gleich wieder: „Denn da kam eine dicke schwarze Qualmwolke rein.“ Der Mieter rennt zum Fenster, reißt es weit auf und alarmiert die Feuerwehr: „Ich habe auch noch eine Decke unten vor die Wohnungstür gelegt, weil immer mehr Rauch da unten durchgequollen ist.“ Etwas ängstlich und immer aufgeregter wartet der Eingeschlossene auf Rettung. Die ist nach etwa sieben Minuten da, ein Feuerwehrmann hilft ihm, die Leiter herunterzusteigen.

Unten angekommen, dann der nächste Schock: Aus der „Deisterquelle“, eine Tür weiter an der Deisterstraße, die der 42-Jährige seit einem Jahr betreibt, dringt ebenfalls dichter Qualm: „Ich dachte schon, dass meine Kneipe brennt.“ Erst etwa 45 Minuten später erfährt Bin Brahim, dass der Qualm aus dem Keller kam und über eine Verbindungstür des Treppenhauses auch in die „Deisterquelle“ gezogen war. Um zum Brandherd vorzudringen, hatten Einsatzkräfte die Eingangstür der Gaststätte aufgebrochen und gelangten so in den Keller. Heute soll der Wirt erfahren, ob und wie lange er wegen Reparaturarbeiten seine Kneipe schließen muss. Und: In seiner eigenen Wohnung fällt wegen der Rauchschäden bis auf weiteres die Heizung aus.

In den vergangenen Jahren wurden in Linden immer wieder Kellerbrände gelegt, zuletzt im Dezember an der Blumenauer Straße.

Harald Grube


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