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Leichtsinn oder Mordauftrag?

Ein Eintrag bei Facebook hätte einen Kraftfahrer gestern fast den Job gekostet. Die Nachricht, auf dem Gelände der alten Zulassungsstelle der Stadt Ronnenberg würden Blindgänger vermutet, kommentierte der Mitvierziger in dem sozialen Netzwerk mit vier Worten: „Asylanten rein und sprengen.“

HANNOVER. Michael Höntsch, SPD-Landtagsabgeordneter und Sprecher der Fraktion gegen Rechts, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, entdeckte den Eintrag bei Facebook – und war entsetzt. „Ich erstatte Anzeige“, sagte Höntsch der NP. „Diese unsäglichen Äußerungen im Netz“ müssten endlich gestoppt werden. Seiner Einschätzung nach sei der kurze Kommentar ein „eindeutiger Mordaufruf und Volksverhetzung“.

„Wir werden sicherlich ermitteln“, berichtete auf Nachfrage Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Er sei überrascht, dass der Schreiber den Menschen verachtenden Kommentar unter seinem Namen abgegeben habe: „Offenbar denkt der sich nicht mal was dabei.“

Entsetzt war auch der Arbeitgeber des Kraftfahrers. Carsten F. habe erst vor zwei Tagen seinen Job bei der Spedition angetreten, teilte er der NP mit. In den Vorstellungsgesprächen und ersten Einsätzen habe der Mann, der gerade mit seinem Lkw auf Tour ist, einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. „Nie wäre ich auf die Idee gekommen, er könnte fremdenfeindlich sein. So einen wollen wir auch nicht.“

Vom Chef auf den Eintrag angesprochen, soll der Kraftfahrer eingeräumt habe: „Ja, das war Mist.“ Er werde alles versuchen, um das zu löschen und sich zu entschuldigen.
Mit dieser Zusage gibt sich der Geschäftsführer der Spedition noch nicht zufrieden: „Das wird ein langes und hartes Gespräch, sobald er von seiner Tour zurückkommt.“ Rauschmeißen wolle er den Mann nicht: „Ich gebe ihm noch eine Chance.“

Rechtlich wäre eine fristlose Kündigung (wie auch in anderen Fällen, Text rechts) durchaus möglich gewesen. Zu einem, weil der Kraftfahrer noch in der Probezeit steckt, und es ohne Angaben von Gründen möglich ist, ihn zu feuern. Zum anderen, weil auf seinem facebook-Profil der Arbeitgeber genannt wird. Durch die Äußerungen seines Mitarbeiters gerät der in möglicherweise geschäftsschädigenden Misskredit. Arbeitnehmer haben laut Vertrag eine Treuepflicht – und ruf- und kreditschädigende Mitteilungen zu unterlassen.

Ebenso schlimm wie „diese unsägliche Äußerung“ findet Höntsch, dass sie im Netz ziemlich schnell auf Zuspruch stieß: „Nach nicht mal 27 Minuten war das Symbol für „gefällt mir“ da.“

kig


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