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Meine Stadt Legionellen-Aufregung bei der Polizei
Hannover Meine Stadt Legionellen-Aufregung bei der Polizei
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00:27 17.08.2014
DIE ZENTRALE POLIZEIDIREKTION: Die Ergebnisse von Wasserproben lösten gestern bei Mitarbeitern eine Legionellen-Panik aus. Ein Aushang warnt vor den Bakterien. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Unbegründet, versichert die Behörde an der Tannenbergallee (List): „Es gibt zwar erhöhte Legionellenwerte im Trinkwasser, aber es liegt keine akute Gesundheitsgefährdung vor“, so ZPD-Sprecherin Sabine Hoffmann. Zu diesem Ergebnis sei die Leitung der Dienststelle nach Beratungsgesprächen mit dem Gesundheitsamt der Region Hannover gekommen.

Die ZPD und Legionellen - das Thema schwelt seit geraumer Zeit. Als bei der Sanierung in einem der Gebäude festgestellt wurde, dass das Wasser in den alten Leitungen nicht mehr so heiß wird, dass die Bakterien automatisch abgetötet werden, wurden routinemäßig Proben gezogen. Die Ergebnisse von 64 Messstellen wurden gestern in der Dienststelle bekannt.

„Es wurden in 63 Proben weniger als 1000 koloniebildende Einheiten gefunden. Aber erst ab 10 000 auf 100 Milliliter Wasser liegt eine Gesundheitsgefährdung vor“, berichtet Hoffmann. In einer Dusche im Haus C der ZPD seien 1200 Bakterien ermittelt worden. In diesem Bereich bestehe Handlungsbedarf. Dort soll eine Gefährdungsanalyse erstellt werden. Das Gutachten könnte in etwa zwei Wochen vorliegen.

Das Thema Legionellen löste gestern eine regelrechte Hysterie unter den Polizisten aus. Die Belegschaft hängte selbst in mindestens einem Haus Zettel aus, wonach wegen angeblichen Legionellen-Alarms eine Dusche gesperrt sei. War sie aber nicht. Jedenfalls nicht von der Behördenleitung. Allen, die sich nach Einsatz oder Dienstsport nicht bei der ZPD unter die Brause stellen wollen, wurde angeboten, nebenan bei der Bundespolizeidirektion Hannover zu duschen.

Die Legionellen-Werte mögen keine Gefahr darstellen, „emotional“ verfehlen sie aber ihre Wirkung nicht, sagt ZPD-Personalratschef Frank Jürges. Das hat „mit dem katastrophalen Zustand der Liegenschaft zu tun“. Alles sei völlig veraltet und sanierungsbedürftig. Vor allem die Duschen. Dort soll es reichlich Schimmel geben. Jürges: „So kanns nicht weitergehen.“

Für die Angst der Kollegen hat ZPD-Präsident Uwe Lührig „vollstes Verständnis“. Auch er habe sich anfangs Gedanken gemacht, ob er im Büro noch Kaffee trinken darf. Lührig: „Ich habe mich bei unserem Arbeitsmedizinischen Dienst informiert.“ Der habe ihm erklärt, das Wasser könne er bedenkenlos trinken. Nur das Einatmen der Bakterien beim Duschen kann gefährlich sein - vorausgesetzt, der Grenzwert ist überschritten. Das ist nach den gestrigen Ergebnissen ohnehin nicht der Fall.

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