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WATERLOOSÄULE: In den Containern werden erst einmal 50 Männer untergebracht. Je zwei teilen sich ein Zimmer. Erlaubt es das Wetter, kann Tischtennis gespielt werden.

WATERLOOSÄULE: In den Containern werden erst einmal 50 Männer untergebracht. Je zwei teilen sich ein Zimmer. Erlaubt es das Wetter, kann Tischtennis gespielt werden.© Alexander Körner

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Hannover

Leben unter der Waterloosäule

Rundherum Ministerien, eine internationale Schule, und der Polizeipräsident ist auch nicht weit: Wenn in der nächsten Woche 50 Flüchtlinge aus der Notunterkunft Oststadtkrankenhaus in die Flüchtlingsunterkunft Am Waterlooplatz ziehen, ist alles bereit.

Hannover. Dort stehen nun 16 gut beheizbare Container (auch wenn sie nicht so aussehen) mit einer Kapazität von insgesamt 120 Betten. Pro Zimmer gibt es zwei Betten, einen Spint mit zwei Abteilungen, einen Tisch, zwei Stühle, einen Kühlschrank. TV und Internetzugang sind inklusive. Pro Container steht eine Gemeinschaftsküche mit Herden, Tischen und Kochutensilien bereit sowie ein Bad mit Duschen und Toiletten. Und um auch im intimeren Bereich gar nicht erst Missverständnisse aufkommen zu lassen, ist eine Toilettenordnung in den Badbereichen angebracht, die eigentlich keine Fragen offen lässt. Was so mancher bundesdeutscher Mann noch immer nicht begriffen hat - im Sitzen pinkelt es sich sauberer - wird hier von den 50 Männern aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und Nordafrika sogleich abverlangt. Und das ist auch gut so, finden die meisten Besucher, die sich die Flüchtlingsunterkunft gestern mal anschauten.

Mit dabei war eine Truppe rüstiger 70-jähriger Damen aus der Calenberger Neustadt, die es interessiert, wo und wie die neuen Nachbarn hier unterkommen. „Wir haben selber eine tolle Nachbarschaft, treffen uns, kochen und grillen zusammen“, erzählt Sonja Eick (70). Zwar hätten sie gern einen Bolzplatz für die Kinder gehabt, aber die Flüchtlinge müssten ja schließlich auch unterkommen. Der Belegungsplan der Stadt sieht zwei Jahre vor, eine Verlängerung bei Bedarf ist möglich.

Und warum muss es eine neue Unterkunft geben, wenn gar nicht mehr so viele Flüchtlinge - laut Stadt werden noch monatlich etwa 40 vom Land zugewiesen - kommen? Die Notunterkünfte in Hannovers Oststadtkrankenhaus und Schulzentrum Ahlem würden im nächsten Jahr für Neubauten abgerissen. Perspektivisch müsste auch die Notunterkunft Maritim abgebaut werden, sagt Stadtsprecher Alexis Demos.

Und wie schaut es hier sicherheitstechnisch aus - so zentral in der Stadt, gleich neben Schützenplatz und einen Katzensprung vom Stadion entfernt? Es gibt sowohl einen immer anwesenden Sicherheitsdienst, der „auf die Einhaltung der Hausordnung achtet“, erklärt Demos, als auch einen mobilen Sicherheitsdienst des Betreibers Deutsches Rotes Kreuz (DRK). „Wenn Auswärts-Fans zu Fußballspielen kommen, sprechen die sich natürlich mit der Polizei ab“, so Nadine Hunkert vom DRK. Und „Wutbürger“, die wie in Ostdeutschland Flüchtlingsunterkünfte angreifen würden, „haben wir hier zum Glück nicht“, stellt Demos klar.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok