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WOHNEN STATT GÄRTNERN?
Die Kolonie Rosegrund in Kirchrode
würde komplett weichen müssen,
die benachbarte Kolonie Gartenheim
etwas an das Baugebiet Büntekamp
abgeben. 
Fotos: Mast

WOHNEN STATT GÄRTNERN?
Die Kolonie Rosegrund in Kirchrode
würde komplett weichen müssen,
die benachbarte Kolonie Gartenheim
etwas an das Baugebiet Büntekamp
abgeben.
Fotos: Mast© Sebastian Mast

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Kleingärten

Laubenangst in Kirchrode: Präsident will hart bleiben

Die Stadt will auf dem Gelände der Kleingartenanlage ein Wohngebiet errichten. Auch das anliegende Gartencenter soll dafür weichen.

hannover. Auch in Kirchrode bangen Kleingärtner um ihre Zukunft im Grünen: Der Baukonzern Hochtief und die Stadt wollen Flächen der Kolonien Gartenheim und Rosengrund nutzen und dafür mehr als 120 Parzellenpächtern ihr Paradies entziehen. Anders als im Fall der Kolonie Bischofshol, die schon fast völlig abgerissen ist, will das der Bezirksverband der Kleingärtner dort nicht akzeptieren - Präsident Karl-Heinz Rädecker (76) gibt sich kampfeslustig.

Die Stadt bestätigt Gespräche über die Kleingärten an der Lange-Feld-Straße in Kirchrode; sie sei jetzt Eigentümerin des Grundstücks östlich des Gartencenters, wo die 16 Parzellen von Rosengrund sind. Die gesamte Dreiecksfläche bis zur Bahnunterführung soll „mittel- bis langfristig“ Wohngebiet werden - so man sich einigt und auch eine Lösung für das Gartencenter findet, sagte ein Sprecher der NP.

Rädecker wird da deutlich: „Die Stadt hat uns eine Kündigung geschickt - ohne mit uns vorher darüber zu sprechen. Wir haben abgelehnt. Das sehen wir gar nicht ein. Da kann sich die Stadt auf den Kopf stellen - die bekommen keine Unterschrift von uns!“ Auch mit Hochtief (will offenbar das Baugebiet Büntekamp ausdehnen) rede man, habe aber klar gemacht: Da wird nichts draus. Mit dem Bundeskleingartengesetz im Rücken (bietet besonderen Schutz, auch beim Grundstücksverkauf) kann Rädecker Stärke zeigen - und gibt sich kämpferischer als in Bischofshol. Dort ließ der neue Eigentümer die Bagger anrollen, nachdem die meisten Pächter auf Rat des Verbands aufgegeben hatten und zum Schätzwert für den Garten noch eine Entschädigung obendrauf erhalten sollen. Warum er hier im Gegensatz zu Bischofshol kämpfen will, erklärt der Präsident so: „Dort waren viele Gärten aufgegeben, alles in einem schlechten Zustand. Das sah aus wie im Schweinestall!“ Wenn es statt zur Einigung zu einem Prozess gekommen wäre, „hätten wir keine Chance gehabt. Dann hätten die Pächter am Ende noch 10000 Euro drauflegen müssen und hätten keinen Pfennig gesehen.“

Verena Viets, die sich im Fall Bischofshol getäuscht sieht und mit Gleichgesinnten den Verband und den Eigentümer wegen Nötigung und Betrug angezeigt hat (NP berichtete), kennt das Spiel: „So hat sich Rädecker am Anfang bei uns auch geäußert, mit fast den gleichen Worten - und dann die Kehrtwende gemacht! So macht er das immer, einfach, um die Leute erst mal in Sicherheit zu wiegen, für Ruhe zu sorgen.“


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