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Noch-LPKF-Vorstandschef Ingo Bretthauer

Noch-LPKF-Vorstandschef Ingo Bretthauer
© Angela Wulf

PERSONALIE

Laser-Firma:LPKF braucht neuen Chef

Mitten in der selbst auferlegten Umbauphase des börsennotierten Spezialmaschinenbauers aus Garbsen sagt der langjährige Kapitän: Ich gehe von Bord!

GARBSEN. Neun Jahre ist Ingo Bretthauer Vorstandschef des Maschienbauers LPKF Laser & Electronics AG in Garbsen. Dienstagabend, am Tag vor der Veröffentlichung der Bilanz 2016, gab das börsennotierte Unternehmen bekannt: Bretthauer habe dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass er für eine weitere Amtszeit bei LPKF nicht zur Verfügung stehen werde.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Heino Büsching teilte in der Pflichtmitteilung für die Börse mit, dass man Bretthauer „für seinen außerordentlichen und prägenden Beitrag zur Unternehmensentwicklung des LPKF-Konzerns in den vergangenen neun Jahren“ danke. Das Kontrollgremium „bedauert das Ausscheiden von Herrn Bretthauer sehr“. Der Manager scheide „im besten Einvernehmen“ und der Aufsichtsrat werde „mit Herrn Bretthauer rechtzeitig vor seinem Ausscheiden für eine adäquate Nachfolge sorgen“.

Seit etwas mehr als einem Jahr hat sich LPKF selbst einen Sanierungskurs verschrieben. Im Jahr 2015 machte LPKF gut 3,5 Millionen Euro Verlust. Folge: LPKF wollte 2016 rund 100 seiner zuvor 780 Vollzeitstellen (280 davon am Sitz in Garbsen) abbauen. Ende vergangenen Oktober musste das Unternehmen mitteilen, dass es sich verkalkuliert hatte und musste seine Jahresziele neu formulieren – mit der Aussicht, dass das Jahr 2016 mit einem Verlust von rund 9,5 Millionen Euro endet statt der zunächst erwarteten drei Millionen Euro Verlust oder gar sechs Millionen Euro Gewinn (das war die benannte Spannweite). Mit letztlich jüngst gemeldeten 91 Millionen Euro Jahresumsatz landete LPKF am unteren Ende der prognostizierten Spannen von 90 bis 100 Millionen Euro.

Ursache sei das weiter schlecht laufende Geschäft mit der Laser-Direktstrukturierung (LDS), einem Hauptumsatzträger des Konzerns gewesen, hieß es. Mit LDS etwa können Handy-Hersteller Leiterbahnen direkt in Kunststoff „einbrennen“, das spart Raum und eröffnet neue Designmöglichkeiten, nicht nur beim inneren Aufbau eines Smartphones.

Zuletzt hieß es dann: Ende Dezember habe der Auftragsbestand 28 Millionen Euro betragen, habe damit „erwartungsgemäß“ über dem Vorjahreswert gelegen – und zwar um 110 Prozent. Auch im Januar sei dieser „positive Trend ungebrochen“: Die Nachfrage nach Lasersystemen aller Art sei „groß und sorgte für zusätzliche Aufträge“.

Kurz vor Weihnachten hatte LPKF seine frohe Botschaft verkündet: Das Unternehmen hatte erstmals zwei Lasermaschinen eines neu entwickelten Systems verkauft, für das es laut Vorstandschef Ingo Bretthauer auf der Welt kein vergleichbares Produkt gibt – weder beim Preis noch bei der Leistung. Das Modell gilt in Garbsen als Hoffnungsträger. Zum Einsatz kommen sollen die Lasermaschinen in Entwicklungs- und Forschungslabors der Industrie, etwa, um die empfindlichen Schichten der neuartigen organischen Leuchtdioden (OLED, wird für TV-Monitore eingesetzt) oder organische Solarzellen zu bearbeiten. Mit der Technik könne man sogar einen Streichholzkopf gravieren – ohne, dass der Feuer fängt!

Von Ralph Hübner


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