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Meine Stadt Landgericht Hannover senkt Strafe für einen Kinderschänder
Hannover Meine Stadt Landgericht Hannover senkt Strafe für einen Kinderschänder
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18:24 17.01.2010
Die Richter im Landgericht Hannover haben die Strafe für einen Kinderschänder gesenkt.

Von Annette Rose

Hannover. Fünf Jahre hat der ehemalige Abteilungsleiter Carsten K. (49) seine Pflegetochter Sandra (17) missbraucht. Es begann, als das Mädchen elf Jahre alt war. 2008 wurde K. zu acht Jahren Haft verurteilt, doch der Bundesgerichtshof hielt die Strafe für zu hoch. Nach einem neuen Prozess vor dem Landgericht muss er nur noch vier Jahre und neun Monate hinter Gitter. Außerdem soll der Mann an die heute 17-Jährige 15.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, entschied die Strafkammer unter Vorsitz von Monika Thiele.

Der 49-Jährige hat seinem Opfer bis zuletzt nichts erspart und stets bestritten, das Mädchen angerührt zu haben. In beiden Instanzen musste Sandra deshalb mehrfach aussagen. Der Beweis gegen K. wäre schwer zu führen gewesen, hätte nicht die leibliche Tochter des Angeklagten die Anschuldigungen ihrer drei Jahre jüngeren Pflegeschwester unterstützt. Sie gab an, ihr Vater habe sich auch an ihr vergehen wollen.

Die missbrauchte Sandra hatte sich 2003 zuerst einem Mitschüler im Internet anvertraut und dann ihrer Schwester. Mit der Ex-Frau des Angeklagten gingen sie zur Polizei. Vor Gericht schilderte die junge Frau, ihr Pflegevater habe sie zuerst bei Computerspielen intim berührt. Dann habe er angefangen, sie mit ins Bett zu nehmen. Ab 2005 sei sie im Keller missbraucht worden oder bei Spaziergängen, bei denen sie nur einen Mantel über dem nackten Körper tragen durfte.

Die Schwiegereltern des Verurteilten hatten schon 2005 Verdacht auf Misshandlungen geschöpft. Das Jugendamt beobachtete die Familie, kam jedoch nicht weiter, weil die Töchter schwer eingeschüchtert erschienen und schwiegen.

Der zweite Prozess hat zehn Tage gedauert. Ihr Mandant sitze schon mehr als zwei Jahre in Untersuchungshaft, so Verteidigerin Tanja Brettschneider. Wenn er nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe Bewährung bekomme, sei er in einem Jahr wieder frei. Wenn er dann wieder Arbeit finde, könne er das Schmerzensgeld bezahlen.

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