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Meine Stadt Landesmuseum Hannover verliert Gemälde - und Direktor
Hannover Meine Stadt Landesmuseum Hannover verliert Gemälde - und Direktor
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14:50 17.09.2010
Giovanni Battista Tiepolos „Die Wunderheilung des zornigen Sohnes“ im Landesmuseum Hannover.

Celle. Mehr als 30 Jahre nach dem Diebstahl eines wertvollen Gemäldes in Paris muss das Landesmuseum Hannover das unter dubiosen Umständen angekaufte Werk zurückgeben. Das Oberlandesgericht Celle verurteilte das Museum am Freitag dazu, das 1979 entwendete Bild des venezianischen Malers Giovanni Battista Tiepolo an den Testamentsvollstrecker der verstorbenen Eigentümerin herauszugeben. Vorangegangen war ein neunjähriger Rechtsstreit. Der Senat hob damit ein Urteil des Landgerichts Hannover auf.

16 Jahre hing das Gemälde im Landesmuseum, bis 2001 ein Enkel der Eigentümerin erfuhr, wo sich das Tiepolo-Werk befindet. Die Familie verklagte das Museum auf die Herausgabe des Werkes mit dem Titel „Die Wunderheilung des zornigen Sohnes“. Der Kustos des Landesmuseums hatte es sechs Jahre nach dem Diebstahl in der französischen Hauptstadt gekauft. Dabei hätte er „aufgrund der für einen Kunsterwerb ungewöhnlichen Kaufumstände Verdacht auf eine zweifelhafte Herkunft des Gemäldes schöpfen müssen“, heißt es in der Urteilsbegründung. Das Museum hätte das Werk nicht guten Glaubens von einer Kunstmalerin kaufen können.

Die Französin hatte das Gemälde kurz nach dem Diebstahl für 60 000 Franc gekauft und später für das rund 16-fache an den Kustos weiter veräußert. Die Frau war keine Kunsthändlerin und behauptete, sie habe Kauf und Verkauf für redlich gehalten. Das Gemälde war dann auf fragwürdige Weise nach Deutschland gekommen. Zwischen zwei Buchdeckeln transportierte ein Bote das Bild in einer Reisetasche am Zoll vorbei nach Hannover.

Das Land habe nicht beweisen können, dass es sich über die Seriosität der Verkäuferin vergewissert hatte. Zudem hatte der Kaufpreis von einer Million Franc - das entsprach rund 328 000 D-Mark - erheblich unter dem damaligen tatsächlichen Wert gelegen, urteilte das Gericht.
Jahrelang hatte das Landesmuseum behauptet, nicht zu wissen, wie das Gemälde von Paris nach Deutschland gelangt ist. Doch nach Überzeugung des Senats wusste es das genau.

Wenig später der nächste Paukenschlag: Nach nur anderthalb Jahren gibt der Direktor des Landesmuseums Hannover, Jaap Brakke, sein Amt auf. Der Niederländer kehre auf eigenen Wunsch in seine Heimat zurück, teilte das Kulturministerium mit. Die Stelle solle zügig neu besetzt werden. Brakke war vorher Vize-Direktor am Drents-Museum im niederländischen Assen. Unter Brakkes Leitung war begonnen worden, Konzepte für eine moderne, besucherorientierte Dauerausstellung sowie für internationale Sonderausstellungen zu entwickeln.

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