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Meine Stadt Lage des Taxigewerbes ist „prekär“
Hannover Meine Stadt Lage des Taxigewerbes ist „prekär“
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00:19 17.10.2015
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Hannover

Die Lage in dem Gewerbe sei „prekär“.

Lothar Kühn vom Dresdner Isup-Institut hat den Markt untersucht. „In Hannover kommen auf 1000 Einwohner 1,22 Taxen“, sagt er. Eins sei genug.

Die Zahl der Konzessionen müsse von derzeit 637 auf 575 schrumpfen, rät der Experte. Michael Frenzel vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen sagt sogar: „100 Taxen weniger als heute wären schön.“

Die Zahlen, die der Gutachter ermittelte, sind alarmierend. Im Tagesverkehr macht die Standzeit 60 Prozent aus. Pro Stunde kommt nur ein Auftrag rein. 53 Prozent aller Fahrten (und das sind durchschnittlich 61 000 Kilometer pro Jahr) sind Leertouren.

Um überhaupt von ihrem Job leben zu können, sind die Fahrer durchschnittlich 57 Stunden pro Woche im Einsatz. Ein Unternehmer machte 2013 einen Gewinn von 22 270 Euro. Sein Bruttoverdienst liegt laut Kühn bei 1855 Euro im Monat. Ein angestellter Fahrer komme auf 1130 Euro monatlich. Ursache dieses Problems: Von 2009 bis 2013 sind die Gewinne um sieben Prozent gestiegen - die Kosten im selben Zeitraum aber um 13 Prozent.

Wegen der Einführung des Mindestlohns kletterten die Taxipreise zum Januar um 19 Prozent. Mit der Folge, dass die Nachfrage spürbar zurückging. Frenzel berichtet von 8,4 Prozent Umsatzeinbuße - auch zur Zeit der Computermesse Cebit oder während anderer Großveranstaltungen. Kompensieren lasse sich das nur, weil die Unternehmer weniger Taxen einsetzen. Sie machten ein um 16 Prozent kleineres Angebot.

„Keine weitere Erhöhung vor dem zweiten Halbjahr 2016“, so der Tipp des Gutachters. Und: Der Preis für die ersten drei Kilometer müsse dann spürbar steigen. Derzeit macht die Differenz zur längeren Strecke 20 Cent aus; in anderen Städten dagegen liege sie bei einem Euro, berichtet Kühn. Sein Kommentar zur Branche: „Die Gefährdung der Funktionsfähigkeit ist gegeben.“

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