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Meine Stadt Lässt die SPD Stefan Schostok fallen?
Hannover Meine Stadt Lässt die SPD Stefan Schostok fallen?
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00:18 01.03.2019
ER WILL KANDIDIEREN: Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok will sich wieder um Vorsitz des SPD-Bezirks bewerben. Nicht alle Genossen scheinen ihm bedingungslos zu folgen. Quelle: Foto: Dröse
Hannover

Die Rathausaffäre und die Ermittlungen gegen Untreue belasten Hannovers SPD. Offiziell halten die meisten noch zu Stefan Schostok, aber die Angst wächst, dass die Partei seinetwegen Schaden nimmt. Deshalb muss der OB offenbar um seine Wiederwahl als Vorsitzender des SPD-Bezirks, der von Lüneburg bis Göttingen und Diepholz bis Uelzen reicht, fürchten. Er könne nicht mehr als glaubwürdig gelten, heißt es.

Schostok ist nicht mehr tragbar als Bezirksvorsitzender. Wenn die SPD bei der Kommunalwahl 2021 nicht unter 20 Prozent rutschen will, darf sie ihn auch als OB-Kandidaten nicht mehr aufbieten“, sagt ein führender Sozialdemokrat. „Fragen Sie mich in vier Wochen noch mal, ob ich ihn unterstütze“, bittet ein anderer SPD-Politiker. Bis dahin dürfte feststehen, ob und welche juristische Konsequenzen die Ermittlungen wegen Untreue auch gegen den OB haben.

„Die Lage ist schwierig.“

Schostok selbst will auf dem Parteitag in Lüneburg am 22. und 23. Juni erneut als Vorsitzender kandidieren. Auf die Frage der NP, ob die Rathausaffäre die Entscheidung nicht belaste, sagte er: „Das kommentiere ich nicht.“ Ginge es nach seinem Vize, dem SPD-Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann, wäre das Votum ohnehin eindeutig: „Wir sind uns beide einig. Schostok tritt als Vorsitzender an, und ich werde sein Stellvertreter.“

Solche Äußerungen und das Selbstverständnis, das dahinter steckt, sorgen für Unmut. Im Unterbezirk Region Hannover herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm. Kritik wird allerdings immer lauter. „Die Lage ist schwierig“, räumt Hannovers Parteichef Alptekin Kirci ein. Auch das wischt Watermann weg: „Wer laut ist, hat noch lange nicht die Mehrheit.“

„Wir an der Oker haben hohes Interesse daran, dass die Sozialdemokraten an der Leine führende Kraft bleiben“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Christos Pantazis. Der SPD-Parteichef aus Braunschweig gilt vielen als junger Hoffnungsträger der Niedersachsen-SPD. Ähnlich interpretationsfähig äußert sich der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete und Landtagspräsident Rolf Wernstedt – in seiner Funktion als Politikwissenschaftler: „Niemand in einer Partei darf glauben, dass er als Einzelperson die Partei repräsentiert. Sollte sich herausstellen, dass er als Einzelperson der Partei schadet, muss er die Konsequenzen ziehen.“ Wernstedt fügt hinzu: „Die Sozialdemokratie lebt von kritischer Solidarität.“ Über Probleme müsse offen geredet werden.

Von Vera König

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