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Meine Stadt Lärm, Drogen, Müll: Anlieger beklagen Innenstadt-Probleme
Hannover Meine Stadt Lärm, Drogen, Müll: Anlieger beklagen Innenstadt-Probleme
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00:21 05.03.2018
Die Bässe wummern: Anwohner des Marstalls beklagen sich über wilde Sexparties, die an den Wochenende bis zum nächsten Nachmittag gehen und die Scheiben ihrer Fenster klirren lassen.  Quelle: Rainer_Dröse
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Hannover

 Die Innenstadt soll Schwerpunkt für den neuen Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt sein. Dessen Einführung scheint auch nötig zu sein. Anwohner und Gewerbetreibende klagten in einer Sondersitzung des Stadtbezirksrates Mitte am Donnerstag über massive Probleme – von wilden Sexparties über Drogen bis hin zu Bergen von Müll, die sich vor allem während der Weihnachtsmarkt-Zeit türmten.

„Unser Stadtviertel verkommt zunehmend. Für uns ist das eine ganz schreckliche Situation“, berichtete eine Anliegerin des Marstall-Platzes. Sexparties im Steintorviertel endeten an Wochenenden oft nicht in den Morgenstunden, sondern liefen weiter bis 14 oder 15 Uhr. „Meine Scheiben klirren von der Clubmusik“, erzählte sie. Auch Hundekot, völlig zugedröhnte Drogenkonsumenten und Wildpinkeln seien große Probleme. „Und wenn ich die Leute darauf anspreche, zeigen sie mir den nackten Hintern“.

„Keine Ressourcen“ bei Stadt und Region für Lärmkontrollen?

Auch Martin Prenzler, Geschäftsführer der Citygemeinschaft, machte deutlich, dass der Lärm in den vergangenen fünf Jahren massiv zugenommen habe – auch, weil Gewerbetreibende ihre Musikboxen nach außen richteten. „Das ist uns ein Dorn im Auge“, sagte er und schlug vor, dass die Stadt die Lärmkontrollen übernehmen sollte, für die die Region zuständig ist. Diese habe „nicht die Ressourcen dafür“.

Die habe die Stadt auch nicht, entgegnete Ordnungsdezernent Axel von der Ohe, versprach aber, mit der Region zu sprechen.

Müllberge und zu viel Verkehr in der Altstadt

Dietmar Engel, der das Café Konrad in der Knochenhauerstraße betreibt, klagte über „richtig regen Autoverkehr“, obwohl ab elf Uhr dort eigentlich gar keine Fahrzeuge mehr fahren dürften. Grund: Ein Poller sei kaputt und werde nicht repariert. „Ein richtig krasses Ärgernis“ für Engel, der sich auch über Berge von Müll beschwerte, die zur Weihnachtsmarkt-Zeit im angrenzenden Großmannweg abgeladen und zu selten entfernt würden.

Ordnungsdezernent von der Ohe verspricht sich durch den neuen Ordnungsdienst Besserung. Dieser sei „hoheitlich tätig“, dürfe also auch Platzverweise aussprechen und Personalien aufnehmen. Vor allem aber setzt er auf „Fingerspitzengefühl und Konfliktfähigkeit“.

Von Christian Bohnenkamp

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