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Section Control: Das ist der neue Super-Blitzer auf der B 6 bei Laatzen.© Nigel Treblin

Verkehr

Laatzen: Das ist der neue Super-Blitzer auf der B 6

Mehr als elf Millionen Euro Bußgeld haben die 21 Kommunen der Region 2014 eingenommen – wegen zu hoher Geschwindigkeit, Rotlichtverstößen und anderer 
Vergehen. Im kommenden Jahr könnte es noch mehr werden. An der B  6 bei Laatzen entsteht die neue Blitzanlage Section Control, die die  Durchschnittsgeschwindigkeit kontrolliert. NP-Mitarbeiter Christian Franke berichtet.

Laatzen. Die Kameras und Messgeräte stehen schon. Geblitzt wird allerdings nicht – noch nicht. Wer derzeit auf der B6 zwischen Gleidingen und Laatzen unterwegs ist, sieht die Aufbauten für die neue Blitzanlage Section Control bereits. Im Herbst soll der Testbetrieb starten, heißt es aus dem Innenministerium. Dann läuft die erste Section Control auf deutschem Boden. Autofahrer müssen ab kommenden Jahr auf der Strecke genau auf ihr Tempo achten – Anfang 2016 ist Start des echten Betriebes.
Das besondere an der Anlage: Das neue Blitzersystem misst erstmals nicht die Geschwindigkeit von Fahrzeugen an einem bestimmten Punkt, sondern ermittelt über eine gewisse Strecke hinweg die Durchschnittsgeschwindigkeit. Ist die zu hoch, löst der Blitzer aus.
Im Prinzip funktioniert Section Control wie eine Stoppuhr. Die Autos fahren unter einer ersten Brücke hindurch. Dabei wird das Kennzeichen fotografiert. Anschließend passiert auf drei Kilometern gar nichts – außer, dass quasi im Hintergrund eine Stoppuhr mitläuft. Am Ende der Strecke wird das Nummerschild wieder abgelichtet. Über die Zeit, die zwischen den Fotos vergangenen ist, errechnet sich die Durchschnittsgeschwindigkeit. Ist sie zu hoch, gibt es das nächste Foto. Vom Autofahrer. Und der bekommt kurz darauf den Bußgeldbescheid.
Bevor der Test im Herbst beginnen kann, seien noch zwei Dinge zu regeln, so das Ministerium: Zum einen muss die Physikalisch-Technische Bundesanstalt im Zulassungsverfahren die Geräte abnehmen, weil es sich um die bundesweit erste Anlage dieser Art handelt. Zum anderen müssten die Unterlagen zum Datenschutz und der IT-Sicherheit von der Landesbeauftragten für Datenschutz geprüft werden.
So werden die Kennzeichen-Daten der Wagen verschlüsselt übertragen, genau wie die Fotos von Geschwindigkeitssündern. Wer sich ans Tempo hält, hat nichts zu befürchten: Die Daten werden sofort nach Verlassen des Section-Control-Bereiches gelöscht.
„Das Recht auf zu schnelles Fahren gibt es nicht“, hatte Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorstellung der Pläne gesagt. „Es geht uns nicht um das Kassieren von Geld, sondern um die Harmonisierung des Verkehrsflusses.“
Diese „Harmonisierung“ lässt Autofahrern ein Hintertürchen offen: Wer zu schnell in den Messbereich hineinfährt, hat durchaus die Chance einem Knöllchen zu entgehen – vorausgesetzt, er senkt seine Geschwindigkeit so weit, dass er im Durchschnitt unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit bleibt. Einmal kurz zu bremsen reicht aber nicht.


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