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Meine Stadt LPKF-Aktionäre kritisieren Wechselspiel
Hannover Meine Stadt LPKF-Aktionäre kritisieren Wechselspiel
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00:26 03.06.2018
  NEUES DUO: Markus Peters (links), Aufsichtsratsvorsitzender der LPKF Laser & Electronics AG mit Götz Bendele, dem neuen Vorstandschef. Quelle: LPKF/Heussinger
HANNOVER

Vier erfahrende Vorstände raus, das Gremium künftig halbiert, Stühlerücken und Verkleinerung auch im Kontrollgremium, keine guten Zahlen fürs erste Quartal, dazu die Leidensgeschichte der jüngsten Vergangenheit – da musste sich der Garbsener Maschinenbauer LPKF Laser & Electronics AG während seiner Hauptversammlung am Donnerstag einiges anhören.

Alexander von Vietinghoff-Scheel von der Aktionärsvereinigung DSW, dankte dem alten Vorstand und der Belegschaft für ihre Arbeit – offenbar im Sinne der etwa 280 Besucher der Hauptversammlung im HCC, denn sie applaudierten dafür. Das war dann schon genug Lob: „Die Ergebnisse sind nicht da, wo sie sein sollen“, kritisierte der Rechtsanwalt aus Hannover. Die Talsohle scheine durchschritten, doch sei da „noch ein ganzes Stück Arbeit für die LPKF – wir sind noch nicht im grünen Bereich“, bloß „einigermaßen wieder in der Spur“. Dem DSW-Mann war dabei „nur nicht ganz klar, wie der künftige Kurs aussehen soll“. Klar hingegen sei, „dass wir nach wie vor noch ein Sanierungsfall sind“.

Wie sein Vorredner kritisierte Christian Retkowski von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) den „deutlichen personellen Umbau“. Da müsse der neue, seit Monatsanfang agierende Vorstandschef Götz Bendele „beweisen, ob das sinnvoll war“. Auch er zweifelt daran, ob die Abgänge der erfahrenen Vorstände wirklich freiwillig sind: „Das kann Zufall sein, muss es ab nicht“ – womöglich hänge das Zusammen mit dem größten LPKF-Aktionär, der German Technology AG (Bantleon-Bank-Gruppe, Hannover) die seit 2017 einen Anteil von 20 Prozent hält und auch den neuen Aufsichtsratschef Markus Peters stellt.

Kritisiert wurde auch die seit vielen Jahren bestehende Verbindung zur Beratungsgesellschaft PWC als Abschlussprüfer – da sei die Unabhängigkeit gefährdet. LPKF hat das wohl schon selbst registriert – und den Auftrag für den Abschluss zum kommenden Jahr erstmals ausgeschrieben.

Klar ist, was etwa der Vorstandschef jetzt verdienen kann: Zwischen 240 000 und 820 000 Euro im Jahr, je nach Erfolg des Unternehmens. Wo Bendele vorher war, hieß es, hätte er mehr haben können.

Von Ralph Hübner

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