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Meine Stadt LKA in Hannover hat ein Labor auf vier Rädern
Hannover Meine Stadt LKA in Hannover hat ein Labor auf vier Rädern
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00:16 13.05.2017
Mobiles Labor: Innenminister Boris Pistorius und die chemisch-technische Assistentin Claudia Holsten. Quelle: Dröse
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Hannover

 Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen hat seit Mittwoch etwas Einzigartiges – ein rollendes Labor. In einem Mercedes-Sprinter ist alles untergebracht, was Experten brauchen, um chemische, biologische, radiologische und nukleare Stoffe, explosives Material, Drogen, Faserspuren und Blutanhaftungen unterwegs analysieren zu können. Die Kosten für das Fahrzeug, das bei der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) Niedersachsen in der List umgebaut wurde, beläuft sich auf insgesamt eine halbe Million Euro.

Kein Transport von Proben

Kriminaltechnische Untersuchungen direkt am Einsatzort – seit Mittwoch ist das in Niedersachsen keine Zukunftsmusik mehr. „Dieses Labor ist ein echter Gewinn“, so Innenminister Boris Pistorius. Zeitintensive und aufwendige Verpackungen von Proben fallen ebenso weg wie der Transport ins stationäre Labor. LKA-Präsident Uwe Kolmey nannte exemplarisch einen Polizeieinsatz im Rauschgiftbereich. Ab sofort ist es möglich, an Ort und Stelle zu analysieren, welche Drogen gefunden wurden. „Der modulare Aufbau erlaubt eine Vielzahl von Untersuchungsmöglichkeiten bereits vor Ort“, so Kolmey.

Umbau in ZPD-Werkstatt

Das mobile Labor ist ein „Prototyp“, berichtet Klaus-Jürgen Baumeister, Dezernatsleiter bei der ZPD: „Von der Idee bis zur Fertigstellung hat es fünf Monate gedauert.“ Die ZPD-Werkstatt Innenausbau hat den silberfarbenen Mercedes-Sprinter fertiggestellt. Was der Laie beim Blick ins Innere nicht vermutet: „Dahinter verbirgt sich viel Technik“, so Baumeister. Die Experten des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) und damit nur speziell geschultes Personal wird mit dem Labor auf vier Rädern von Tatort zu Tatort fahren, erklärt LKA-Projektleiter Christian Vidal.
 

Von Britta Mahrholz

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