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Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne).

Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne).© Swen Pförtner/Archiv

Archäologie

Kulturministerin will Römerlager in Hemmingen sichern

Ein bei Hannover entdecktes Römerlager droht womöglich dem Kiesabbau zum Opfer zu fallen. Damit keine archäologischen Schätze verloren gehen, hat sich das Kulturministerium eingeschaltet. Es hat Auflagen gemacht und will die Verantwortlichen an einen Tisch holen.

Hannover.  Ein bei Hannover entdecktes Römerlager soll nach Willen des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur nicht unerforscht dem Kiesabbau zum Opfer fallen. Um die Denkmalschutzbelange zu verteidigen, hat sich das Ministerium in den Streit zwischen den um einen Erhalt bemühten Archäologen und der Region Hannover eingeschaltet, die einen Kiesabbau unter Auflagen genehmigen möchte. "Bei dem Römerlager handelt es sich unstrittig um ein Kulturdenkmal", sagte Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) am Dienstag.

"Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass die Belange des Denkmalschutzes angemessen berücksichtigt werden." In einem ersten Schritt hat das Ministerium nach eigenen Angaben Auflagen gemacht, falls die zuständige Region Hannover einem Kiesabbau Vorrang einräumt. Das Kiesunternehmen muss in diesem Fall eine Grabung finanzieren, bei der das Gelände ausgegraben und wissenschaftlich untersucht wird.

Außerdem plant das Ministerium zur Beratung des weiteren Vorgehens ein Treffen mit dem Landesamt für Denkmalpflege, der Region Hannover und weiteren Experten. Darunter befindet sich der Leiter der Grabungen, bei denen das Lager 2015 entdeckt wurde, Prof. Dr. Salvatore Ortisi. Er ist Spezialist für provinzialrömische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Archäologen schreiben dem Lager eine überragende Bedeutung als landesweit größtes römisches Bodendenkmal zu. Mit einem Areal von etwa 30 Hektar gehörte das Lager in der Zeit um Christi Geburt zu den größten rechts des Rheins. Mindestens 20 000 Legionäre hatten hier Platz. Bisher wurden über 50 Münzen gefunden, die eine Datierung auf die Zeit zwischen 3 und 5 nach Christus nahelegen, hatte Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf vom Landesamt für Denkmalpflege erklärt. Damit könne das Lager in Zusammenhang mit den Feldzügen des "immensum bellum" (Gewaltiger Krieg) stehen.

Unter dem späteren Kaiser Tiberius wurden die Aufstände der Germanen in dieser Zeit niedergeschlagen. Für Wulf steht das Lager in einer Reihe mit dem ersten in Niedersachsen entdeckten Römerlager in Hedemünden oder Kalkriese, wo die Varusschlacht stattgefunden haben soll. dpa


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  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
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     30159 Hannover
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