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Meine Stadt Hannover: Erster Kiosktag hat begonnen
Hannover Meine Stadt Hannover: Erster Kiosktag hat begonnen
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00:16 31.07.2018
Bei der Eröffnung: Laura Kettler, Anna Morawek, Bürgermeisterin Regine Kramarek, Christian Schulz-Hausbrandt und Jan Sedelies (v.l.) Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Sie sind aus Hannovers Kulturleben nicht wegzudenken und seit diesem Wochenende gehören die scheinbar unzähligen Kioske der Stadt auch endlich offiziel dazu. Mit der Ausstellung "Kioskkult(ur)", die am Sonnabend und Sonntag am Küchengarten zu sehen ist, wendeten die Studentinnen Anna Morawek (26) von der Muthesius Kunsthochschule Kiel und Laura Kettler (27) von der Leibniz Universität Hannover zum ersten Mal das Blatt und machten mit Klappaufstellern, wie sie sonst vor den Kiosken stehen, Werbung für Hannovers Kioske. "Wir haben Fotos von 140 Kiosken in zehn verschiedenen Stadtteilen gemacht und hier aufgebaut. Diese Verdichtung ermöglicht es, eine Tour durch Hannovers Kiosk-Landschaft zu unternehmen", erklärt Morawek. Auf die Eröffnung der Ausstellung habe sie lange gewartet. Denn die Idee, sich mit der Kioskkultur in Hannover auseinanderzusetzen, hatte die 26-Jährige bereits vor einigen Jahren, als sie gemeinsam mit Freundin Laura Innenarchitektur in Hannover studierte. Sie machte sie zum Thema ihrer Bachelorarbeit, wandte sich damit an das Historische Museum und konnte sogleich Direktor Thomas Schwark (62) als Unterstützer gewinnen. "Die Geschichte der Kioskkultur ist unheimlich spannend, deshalb war ich sofort von der Idee begeistert. Wir werden die Kioskkultur in jedem Fall in unsere zukünftigen Ausstellungen integrieren und überlegen sogar den Museumsshop in eine Art Kiosk umzugestalten", so Schwark.

Wenig später erfuhr HAZ-Redakteur Jan Sedelies dann von dem Projekt und nahm die Ausstellung zum Anlass, einen ganzen Kiosktag zu veranstalten. "Seit April haben wir kontinuierlich an dem Programm gearbeitet und konnten jetzt etwa 25 Veranstaltungen in zwölf Kiosken und zehn Kulturzentren organisieren", berichtet der 37-Jährige. Das Programm ist vielfältig und beinhaltet neben Kiosk-Konzerten, Filmvorstellungen, Lesungen und Vorträgen auch eine Bierverkostung und ein Kinderfest. Ziel der Aktion sei es, die Kioskkultur zu feiern und gleichzeitig auf den durch steigende Mieten und Supermärkte bedingten Wandel aufmerksam zu machen.

Tatkräftige Unterstützung erhielten die Initiatoren auch von Bürgermeisterin Regine Kramarek: "Ich bin schon wirklich gespannt auf die Ausstellung und weiß die Kioskkultur auch persönlich sehr zu schätzen. Es sind Orte, an denen man sich gerne aufhält. Nette Gespräche und Begegnungen sorgen für weniger Anonymität."
Aus diesem Grund beteiligte sich auch die Privatbrauerei Herrenhausen als Sponsor an dem besonderen Projekt. "Wir möchten nicht nur dazu beitragen die Kultur zu erhalten und zu födern, sondern haben in diesem Jahr auch unser 150-jähriges Jubiläum. Das müssen wir ordentlich feiern und der Kiosktag bietet eine perfekte Gelegenheit dazu", so Geschäftsführer Christian Schulz-Hausbrandt (43).

Dass Kioske Orte der Begenung sind und einen einzigartigen Raum für Nachbarschaftsgespräche bieten, wusste auch die Leiterin des Kulturhauptstadtbüros Melanie Botzki. Gemeinsam mit ihrem Team arbeitet sie daran, die Kommunikation innerhalb der einzelnen Stadtteile und der Stadt mit den Anwohnern zu verbessern. "Wir eröffnen heute unseren ersten Pop-Up-Kiosk, bei dem man Antworten auf unsere Fragen gegen eine bunte Tüte, ein kaltes Getränk und nette Gespräche eintauschen kann", so Botzki. Mit ihren Fragen, wie "Was macht eine gute Nachbarschaft aus?", ziehen sie von September bis März durch verschiedenste Stadtteile und sammeln Anregungen für ein besseres Miteinander.

Ob Künstler, Initiatoren, Sponsoren oder Stadt, in einem sind sich alle einig: Die Kultur soll erhalten werden, die Anwohner ins Gespräch kommen und vor allem soll gemeinsam eine schöne Zeit verbracht werden, damit der Kiosktag auch in den nächsten Jahren wieder stattfinden kann.

Von Mareike Sophie Drünkler

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