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Schatz im Boden: Am Kronsberg will ein Unternehmen aus Hannover nach Erdöl bohren. Schon Ende 2018 könnte es losgehen. Die Grünen wollen das verhindern.

Schatz im Boden: Am Kronsberg will ein Unternehmen aus Hannover nach Erdöl bohren. Schon Ende 2018 könnte es losgehen. Die Grünen wollen das verhindern.
 © Christian Behrens

Umweltstreit

Kronsberg: Grüne wollen Erdöl-Bohrungen verhindern

Erdöl-Bohrungen am Kronsberg: Für viele schwer vorstellbar. Erst recht für die Grünen in Hannover. Sie wollen das Projekt auf jeden Fall verhindern. Die Möglichkeiten dafür sind allerdings begrenzt.

Hannover.  Noch in diesem Jahr – wenn alles klappt – will ein Unternehmen aus Hannover am Kronsberg nach Erdöl bohren. Dagegen regt sich nun allerdings Widerstand. Die Grünen wollen das Projekt auf jeden Fall verhindern.

„Ich empfinde es als völlig unangemessen in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten so eine dreckige Industrie hochzuziehen“, sagt Pat Drenske, umweltpolitischer Sprecher der Grünen. Aus seiner Sicht muss „das Erdöl auch im Boden bleiben, damit wir unsere Klimaschutzziele erreichen können“.

Unternehmen aus Hannover hofft auf 150 000 Tonnen

5P Energy heißt das mittelständische Unternehmen aus Hannover, das sich die Rechte für die Förderung im Bereich des Kronsbergs gesichert hat. Bereits von 1953 bis 1996 wurde dort nach Erdöl gebohrt. Insgesamt 500 000 Tonnen wurden gefördert. 5P Energy hofft auf weitere 150 000 Tonnen, die sich aus dem Feld gewinnen lassen.

Die Grünen fürchten jedoch negative Folgen für Tiere und Pflanzen, außerdem Beeinträchtigungen für das neue Wohngebiet Kronsberg-Süd, in dem bis zu 7000 Menschen leben sollen. 5P Energy hatte eigentlich alte Bohrlöcher aus den 1990er Jahren wieder nutzen wollen, verfolgt nun allerdings wegen des neuen Wohngebietes eine andere Strategie.

 Grüne fürchten Folgen für Tiere, Pflanzen, Wasser und Wohnen

Die Firma möchte ihre Technik ein Stück weiter entfernt installieren, von dort aus horizontal und schräg bohren, um die Erdöllagerungsstätten zu erreichen. Auch hatte das Unternehmen angekündigt, nicht die weithin sichtbaren Pferdekopfpumpen einzusetzen, sondern einen Bohrkeller einrichten zu wollen.

Die Sorgen bei den Grünen sind dennoch groß. Sie fürchten, dass es auch Probleme mit dem Untergrund geben könnte, wollen außerdem wissen, welche Auswirkungen auf das Trinkwasser zu erwarten sind. „Wenn es möglich ist, wollen wir dagegen vorgehen“, kündigt Umweltexperte Drenske an.

Landesamt für Bergbau muss entscheiden: Geht es schon 2018 los?

Tatsächlich sind die Möglichkeiten allerdings begrenzt. Stadt und Region werden nur über Stellungnahmen an dem Verfahren beteiligt. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat 5P Energy die grundsätzliche Bohrgenehmigung bereits erteilt. Allerdings benötigt die Firma noch eine konkrete Betriebserlaubnis.

Dafür werde laut LBEG-Sprecher Björn Völlmar unter anderem geprüft, ob Umweltbelange wie zum Beispiel Wasser- oder Naturschutzrecht ausreichend berücksichtigt werden oder „keine gemeinschädlichen Einwirkungen“ zu erwarten seien. 5P Energy müsse das „mit Stellungnahmen und Gutachten belegen“, sagt Völlmar.

Ein entsprechender Antrag liege derzeit nicht vor. Sollte das Unternehmen jedoch „alle rechtlichen Voraussetzungen und Auflagen erfüllen, dann müssten wir das genehmigen“, erklärt der Sprecher. 5P Energy hatte im Gespräch mit der NP bereits im Dezember angekündigt, möglichst noch Ende 2018 mit den Bohrungen beginnen zu wollen.

Von Christian Bohnenkamp


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