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Margot Käßmann: Nach ihrer Trunkenheitsfahrt in Hannover werden erste Rücktrittsforderungen laut.

Margot Käßmann: Nach ihrer Trunkenheitsfahrt in Hannover werden erste Rücktrittsforderungen laut.© dpa

Trunkenheitsfahrt

Konservative Protestanten legen Käßmann Rücktritt nahe

Der Vorsitzende der konservativen protestantischen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Ulrich Rüß, hat Bischöfin Margot Käßmann nach ihrer Alkoholfahrt einen Rücktritt nahegelegt.

Hannover. Es sei jetzt nicht angebracht, von außen einen Rücktritt zu fordern, sagte Rüß der „Leipziger Volkszeitung“. Käßmann sei „sensibel genug“, die entsprechenden Konsequenzen selbst zu ziehen. „Margot Käßmann ist als Bischöfin und Ratsvorsitzende in einer besonders schweren Situation. Gerade in ihrer Funktion ist Vorbildfunktion gefragt.“

In der Frage, welche Konsequenzen ihr Fehlverhalten haben müsse, brauche Käßmann keine Belehrung, meinte Rüß. „Bischöfin Käßmann weiß um die Koordinaten der Verantwortung in diesem Amt. Sie weiß auch, dass jetzt ihr eigenes christliches Gewissen gefordert ist. Aus diesem Gewissen heraus muss sie nun eine Entscheidung treffen, die der Verantwortung des Amtes entspricht.“

Günther Beckstein, stellvertretender Vorsitzender der EKD-Synode, sieht in der Alkoholfahrt keinen Grund für einen Rücktritt. Den „Nürnberger Nachrichten“ sagte er, Käßmann habe sicher einen Fehler begangen. „Aber dieser Fehler wird nicht dazu führen, dass sie von ihrem Amt zurücktreten muss. Auch eine Bischöfin ist keine Heilige, sondern nur ein Mensch, der fehlbar ist.“

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird noch in der Nacht zum Mittwoch über die Folgen beraten. Es sei eine Telefonkonferenz geplant, sagte ein EKD-Sprecher und bestätigte Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die dringliche Aussprache sei trotz einer regulären Ratssitzung am Freitag in Tutzing anberaumt worden. Welche Konsequenzen Käßmann, die EKD und die hannoversche Landeskirche aus der 1,54-Promille-Fahrt ziehen, ist noch offen.


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