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ENTWURF: Andoras erster Diskussionsbeitrag für die Hochstraße, mit digitalem Schriftband.

Stadtbild

Kommt Andoras bunte Raschplatzbrücke?

„Zukunft heißt nicht Skepsis. Deswegen kann die Zukunft an dieser Stelle auch nicht grau bleiben“ – so begründete gestern Pop-Art-Künstler Andora seine Pläne für eine künstlerische Umgestaltung der Raschplatz-Hochstraße. Er will mit möglichst vielen Hannoveranern und mit Unterstützung der Hochschulen in Hannover und Hildesheim den mausgrauen Beton mit bunten Motiven übermalen und die Aktion über Spenden finanzieren. Ein Plan, der schon viele Unterstützer gefunden hat.

Hannover. Stadt-Sprecher Dennis Dix klang gestern vorsichtig. Ab 2014 sollen 3,5 Millionen Euro für die Erneuerung der Hochstraße ausgegeben werden. Eine künstlerische Verschönerung sei im Budget aber nicht drin, so Dix: „Wenn es konkrete Vorschläge gibt, wird die Verwaltung das aber prüfen.“ Noch sei aber kein Konzept des Künstlers eingegangen. Andora kündigte gestern an, dass sich dies bald ändern wird.

Sollte es umsetzbar sein, wird die Politik am Ende entscheiden. Thomas Herrmann (SPD) verweist zwar auf die knappen Kassen und hofft auf eine hohe Spendenbereitschaft, er sagt aber auch: „Gegen die Haltung hinter dem Konzept kann man nichts haben. Ich würde das unterstützen wollen. Ob es dieser oder ein anderer Entwurf sein wird, muss man dann sehen.“

Auch bei den Grünen gibt es Zustimmung. „Wenn es die öffentliche Hand nichts kostet, habe ich da nichts gegen. Erst recht nicht, wenn da eine ganze Bewegung in Gang gesetzt würde“, so Michael Dette. Dieter Küßner (CDU) klingt spendabler: „Selbst wenn es die Stadt am Ende 50 000 Euro kosten würde, wäre ich dafür. Wir bekämen einen Hingucker an dieser Stelle. Sollten sich die Hannoveraner daran beteiligen, wäre alles erreicht. Da kann man nichts gegen haben.“ Wilfried Engelke (FDP): „Das könnte ein künstlerisches Highlight werden. Und die Menschen würden sich viel mehr mit dem Bauwerk identifizieren.“

Hochstraße

Pop-Art-Künstler Andora will aus der Raschplatz-Hochstraße eine Kunstbrücke machen: bunt, schrill, einfach anders. Was sagen Sie: Ein tolle Idee?

Genau darum geht es, sagt auch der Soziologe Oskar Negt. Die Bürger würden die Verödung der Städte durch die Bausünden der Vergangenheit nicht mehr hinnehmen. „Ein solches Projekt kann die Entfremdung der Menschen von ihrem Lebensraum beenden“, so Negt.

Und was ist mit den Autofahrern? Bedeutet zu viel Kunst und Farbe mehr Ablenkung? Rosa Legatis vom ADAC gibt Entwarnung: „Es spricht nichts gegen die Hochstraße als Trägerin von Kunst. Die Autofahrer könnten das ja nur richtig sehen, wenn sie an der Ampel oder im Stau stehen.“

Warnende Worte gibt es aber auch. Sie kommen von Hans-Christian Nolte von der Marketing-und-Tourismus-Gesellschaft (HMTG). Ihm ist Andora-Kunst zu grell: „Wir brauchen eine Lösung, die dem Charakter der Stadt entspricht.“ Er ist für einen gemäßigteren Entwurf. „Wichtig ist doch, dass wir den betonfarbenen Fremdkörper nicht durch einen künstlerischen Fremdkörper ersetzen“, so Nolte. (Zoran Pantic)


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