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Meine Stadt Kommentar zur Rathaus-Affäre: Der Schaden wächst
Hannover Meine Stadt Kommentar zur Rathaus-Affäre: Der Schaden wächst
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17:47 12.06.2018
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Hannover

Gleiches Recht für alle. Wie für jeden Bürger, der unter Verdacht gerät, gilt zunächst einmal die Unschuldsvermutung. Auch für den Oberbürgermeister.

Dass die Staatsanwalt jetzt gegen Stefan Schostok wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, heißt nicht, dass er sich etwas zuschulden kommen lassen hat. Vorverurteilungen sind entsprechend unangemessen. Und doch hat die sogenannte Rathaus-Affäre am Dienstag eine Eskalationsstufe erreicht, die wohl kaum eine der handelnden Personen jemals nur erahnt oder gewollt hat.

Alles unglaubliche Vorgänge

Razzia im Rathaus. Das Büro des Oberbürgermeisters im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchsucht. Ebenso die Privatwohnung des OB. Alles unglaubliche Vorgänge, die es in der Stadtgeschichte noch nicht gegeben hat. Und die doch nur die konsequente Reaktion der Justizbehörden auf die unglaublichen Vorgänge im hannoverschen Rathaus sind.

Ursprünglich ging es bei dieser schmierigen Affäre mal um die versuchte Ämterpatronage eines Dezernenten. Der unselige Fall Härke, aus dem sich der Fall Herbert entwickelte: Die offensichtliche Selbstbedienung eines Chefjuristen und Möchtegern-Dezernenten zulasten der Steuerzahler. Und deshalb geht es um Untreue, den Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, den Verdacht des Geheimnisverrats, und die nicht ganz unwichtige Frage: Was wusste der OB?

Amtsgeschäfte ruhen lassen

Die Antwort muss die Staatsanwaltschaft geben. Und allzu viel Zeit sollte sie sich für ihre Ermittlungen nicht lassen. Denn je länger diese Affäre noch dauert, desto größer wird der Schaden für die Stadt Hannover.

Stefan Schostok aber sollte sich erinnern, wie er mit seinem unter Verdacht geratenen Büroleiter Herbert verfahren ist. Den hat er vorerst in Urlaub geschickt, um ihn aus der Schusslinie zu nehmen. Konsequent wäre es, wenn auch Schostok seine Amtsgeschäfte ruhen lassen würde, bis alle Verdachtsmomente ausgeräumt sind. Er würde sich und seinem Amt damit einen Gefallen tun. Gleiches Recht für alle.

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