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Meine Stadt Komasaufen – hier ist es am schlimmsten
Hannover Meine Stadt Komasaufen – hier ist es am schlimmsten
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12:22 31.12.2009
Quelle: ddp
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In keinem anderen Landkreis müssen in Relation zur Bevölkerung so viele junge Menschen wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus gebracht werden wie im Kreis Holzminden. Das berichtete das Landesamt für Statistik und Kommunikationstechnologie auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur dpa.

In den Jahren 2003 bis 2007 mussten dort im Schnitt 5,27 von 1000 Jugendlichen mit akuter Alkoholvergiftung in die Klinik. Dies sind fast 70 Prozent mehr als im Landesdurchschnitt (3,14 Einlieferungen je Tausend 15- bis 20-Jährige) und fünfmal mehr als im Kreis Ammerland. Dort landeten im Fünfjahresschnitt „nur“ 1,09 Jugendliche von 1000 wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus.

Das Statistische Bundesamt hatte jüngst berichtet, dass die Zahl der jugendlicher Komasäufer in Niedersachsen im Jahr 2008 um mehr als elf Prozent auf etwa 2500 gestiegen ist. Die regionale Auswertung dieser Zahlen ist nach Angaben der niedersächsischen Statistiker noch nicht endgültig abgeschlossen. Für ihre bisher nicht veröffentlichte Untersuchung zur regionalen Verbreitung des Komasaufens greifen die niedersächsischen Statistiker deshalb auf die Krankenhausstatistiken der Jahre 2003 bis 2007 zurück.

Danach werden vereinzelt bereits vollkommen betrunkene Elf- und Zwölfjährige in die Kliniken gebracht. Bei 13-Jährigen liegen die jährlichen Zahlen für ganz Niedersachsen im zweistelligen und bei den 14-Jährigen mit steigender Tendenz im unteren dreistelligen Bereich. Die meisten Fälle von Alkoholmissbrauch werden dann allerdings bei Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren registriert.

Überdurchschnittlich viele Komasäufer dieser Altersgruppe gibt es außer im Kreis Holzminden auch in den Kreisen Uelzen (5,14 je 1000), Osterode am Harz (4,69), Nienburg (4,58) und in der Stadt Delmenhorst (4,74 je 1000). Vergleichsweise wenige Klinikaufenthalte wurden außer im Kreis Ammerland in den Landkreisen Cloppenburg (1,42), Peine (2,02), Emsland (2,04), Vechta (2,31) sowie Harburg ((2,31) und Stade (2,39 Klinikeinlieferungen je 1000 Jugendliche) gezählt. Die Stadt mit der niedrigsten Rate (2,43) ist Göttingen.

Ein nennenswerte Stadt-Land-Gefälle sei insgesamt nicht erkennbar, schreiben die Statistiker. Die in Relation meisten Fälle von extremem Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen seien eher in ländlichen Regionen zu verzeichnen.

Es scheint vielmehr einen Zusammenhang zwischen Alkoholmissbrauch und Arbeitslosigkeit zu geben. Es deute einiges darauf hin, dass Jugendliche, deren Eltern keine Arbeit haben oder die selbst arbeitslos sind, stärker zu übermäßigem Alkoholkonsum tendieren. Auch Jugendliche in sozialen und familiären Problemlagen greifen offenbar eher zum Alkohol.

Ein Zusammenhang zwischen Alkoholmissbrauch und verfügbarem Einkommen sehen die Statistiker dagegen nicht. Arm und Reich trinken gleichermaßen. Zwischen der Art des Schulabschlusses und den alkoholbedingten Behandlungen sei ebenfalls kein statistischer Zusammenhang feststellbar. Der Grad der Bildung habe offenbar keinen Einfluss auf den Alkoholkonsum.

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