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Meine Stadt Kofferbaby-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre Haft
Hannover Meine Stadt Kofferbaby-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre Haft
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00:16 03.03.2017
Quelle: dpa
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Hannover

Am Ende des Prozesses fand Laura S. (22) Worte der Selbstverständlichkeit: „Es war nie meine Absicht, meinem Kind etwas Böses zu tun. Ich habe sie von Anfang an geliebt.“ Ihre Form der Liebe kann sie für längere Zeit ins Gefängnis bringen.

Staatsanwältin Bianca Vieregge forderte fünf Jahre Haft wegen versuchten Totschlags für die Auszubildende. „Es ist so wie angeklagt“, so die Staatsanwältin. Vieregge sieht die Tötungsabsicht verwirklicht. Eine besondere Rolle spielt dabei die erste Aussage des Freundes der Angeklagten und Kindsvaters. Am 29. September 2016 fand er zu seiner größten Überraschung sein Kind in einem Abstellraum, abgelegt in einem prall gefüllten Koffer. Er schickte seiner Freundin eine Nachricht: „Schatz, ich verstehe die Welt nicht mehr. Der Koffer war zu.“ Zudem sagte er noch, dass der Koffer gestanden habe. Diese unmittelbare Beschreibung des Tatorts habe wegen der Nähe zum Geschehen eine hohe Glaubwürdigkeit.

Allerdings hat der 19-jährige Freund mehrere Versionen bei der Polizei und auch vor Gericht abgegeben. Für Anwalt Pascal Ackermann ist der Zeuge deshalb unglaubwürdig. Unmittelbar nach dem Finden des Kindes habe sich der junge Mann in einem „Schockzustand“ befunden. „Seine Aussagen weichen zu sehr voneinander ab, als dass sie die Einlassung der Angeklagten widerlegen könnten.“ Laura S. hatte ausgesagt, dass der Koffer gelegen habe und das Kind ausreichend Luft bekommen habe.

Aber kommt es darauf überhaupt an? Das Kind lag in Tüchern, die von Fäkalien durchfeuchtet waren. Anhand der vielen Wunden habe ein erhöhtes Infektionsrisiko bestanden, so der Gerichtsmediziner. Das Kind hätte auch ersticken können, wenn sich ein Stück Stoff um die Nase gelegt hätte.

Das Urteil wird am Donnerstag erwartet.

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