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Meine Stadt Körperscanner sind jetzt Alltag am Flughafen
Hannover Meine Stadt Körperscanner sind jetzt Alltag am Flughafen
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00:15 29.11.2016
Nur ein Augenblick: Der Sicherheits-Scan im QPS 200 geht viel schneller als die herkömmliche Körperüberprüfung. Quelle: FHG Hannover
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Langenhagen

Ihr erstes Mal: Friederike Warrelmann (26) betritt am Freitagnachmittag vor ihrem Flug nach Stuttgart einen der Körperscanner am Terminal A des Hannover Airport. Drei Geräte vom Typ QPS 200 sind vor ein paar Tagen, am 15. November, für den regulären Gebrauch gestartet worden– als deutschlandweite Premiere. Zunächst war ein Test-Scanner seit August letzten Jahres erprobt worden.

„Ich habe keine Bedenken und vertraue darauf, dass es funktioniert“, sagt die 26-Jährige. Sie stellt sich an eine markierte Stelle zwischen zwei massiven Wänden und hebt die Arme leicht an. Nur einen Wimpernschlag später ist der Scan schon vorbei. Alles ist in Ordnung, die junge Frau kann weitergehen.

„Am Anfang ist es schon komisch – weil es halt ungewohnt ist“, sagt Reisender Volker Hansen (47): „Aber es geht viel schneller als mit der Abtastung durch die Polizisten und Metalldetektoren.“ Sagt’s – und lässt sich genauso entspannt scannen wie die Passagierin vor ihm.

Was vor Jahren noch hoch umstritten als möglicherweise gesundheitsgefährdender „Nacktscanner“ die Schlagzeilen dominierte, ist offenbar im Flughafen-Alltag angekommen. „Die neue Technik ist auch schon in der Erprobungsphase sehr gut angenommen worden“, sagt Frank Steigerwald, Sprecher der Bundespolizeiinspektion am Flughafen.

Mit dem Begriff Nacktscanner kann er gar nichts anfangen: „Auf dem Monitor ist nur eine Art Strichmännchen zu sehen, das bei jedem gleich aussieht.“ Wenn der Scanner am Körper des Passagiers etwas Ungewöhnliches entdeckt, erscheint an der entsprechenden Stelle des Strichmännchens ein Warnsymbol. Damit ließen sich Metall, Waffen und Drogen, aber auch Sprengstoff entdecken.

Die Scan-Wellen der TÜV-geprüften Geräte seien auch nicht gesundheitsschädlich, betont Steigerwald: „Die durchdringen nur die Kleidung, aber nicht die Haut.“ Der Hersteller Rode & Schwarz gibt an, dass die Sendeleistung der Scanner um das Hundert- bis Tausendfache unter der eines Mobiltelefons liege. Somit könnten auch Schwangere und Träger von Herzschrittmachern den Scanner bedenkenlos nutzen.

Aber wenn jemand das Gerät nun doch partout nicht betreten will? „Dann muss er es auch nicht, das ist alles freiwillig“, erklärt der Sprecher: „Dann gibt es die bisherige manuelle Kontrolle am Körper durch die Beamten.“ Die dauert jedoch wesentlich länger: mindestens 30 Sekunden.

Das ist QPS 200

Der Quick Personal Scanner QPS 200 wird von der Münchener Firma Rohde & Schwarz hergestellt. Der Stückpreis liegt je nach Spezifikation etwa zwischen 170 000 und 200 000 Euro. Zur Anwendung kommt die sogenannte Millimeterwellentechnik – wie sie vor allem aus der elektronischen Einparkhilfe Park Distance Control bekannt ist. Der Hersteller gibt an, mit dem Bundesinnenministerium einen dreijährigen Rahmenvertrag über 300 Scanner abgeschlossen zu haben. Das Gerät soll jetzt auch an den Flughäfen Köln-Bonn, Stuttgart und Bremen installiert werden.

hg

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