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Meine Stadt Knochen aus dem Landtag stammen nicht vom Grafen
Hannover Meine Stadt Knochen aus dem Landtag stammen nicht vom Grafen
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14:58 14.11.2016
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Hannover

Ein wichtiger Punkt, der dagegen spricht, dass es sich bei den Knochen um die des Grafen handelt: Sie gehören nicht nur einer Person, die möglicherweise an der Fundstelle verscharrt wurde, sondern mindestens vier Erwachsenen sowie einer jugendlichen Person. Und das Schädelfragment, an dem sich DNA gut erhalten hat, gehörte einer weiblichen Person. Das berichtete gestern Birgit Großkopf vom Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen, die die Funde untersucht hat.

Auch sind es nicht die ersten Knochenfunde auf dem Areal. Laut dem Historiker Michael Heinrich Schormann hat es die auch schon vor Jahrhunderten immer wieder gegeben. Und das verwundert auch nicht. Denn auf dem Gelände, auf dem später das Leineschloss errichtet wurde, befand sich zuvor ein Franziskanerkloster, in dessen Anlagen regelmäßig Bestattungen stattfanden.

Weil die bisherigen Erkenntnisse so deutlich dagegen sprechen, dass es sich bei den Knochen um Reste des Grafen von Königsmarck handelt, soll es auch keine weiteren Untersuchungen geben. „Man muss auch akzeptieren, wenn etwas nicht aufklärbar ist“, sagte Landtagspräsident Bernd Busemann, der keinen Hehl daraus machte, dass er über das „sehr spekulative“ Vorpreschen der Staatsanwaltschaft im August verärgert war, die die Theorie von den Königsmarck-Knochen mit einer Mitteilung verbreitet hatte. Einen Seitenhieb konnte sich Busemann deshalb nicht verkneifen. Die Staatsanwaltschaft müsse „auch nicht weinen. Sie hat ja noch ein paar ungelöste Fälle“.

Bohnenkamp

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