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Meine Stadt Knallgelbe Brautjungfern: Irische Tinker feiern Hochzeit
Hannover Meine Stadt Knallgelbe Brautjungfern: Irische Tinker feiern Hochzeit
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00:29 14.08.2014
Quelle: Madsack Supplement GmbH
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Hannover

Viel mehr (öffentliche) Spuren als Kartons von Lockenstäben (Remington) und Dosenbier (Coors Light) hat eine Gruppe irischer Traveller von ihrem Wochenendtrip nach Hannover nicht übrig gelassen. Aber Gesprächsstoff.

Traveller, auch Pavee oder Tinker genannt, sind eine fahrende Gruppe. Manche nennen sie auch - völlig falsch - irische Zigeuner. Denn das ist weder politisch korrekt, noch sind die Traveller irgendwie mit Sinti und Roma verbandelt.

Wirklich etwas sagen über die irischen Gäste will niemand. Jedenfalls nicht öffentlich. Aufgefallen sind sie doch. Große Gruppen in greller Kleidung lassen sich schlecht verbergen, und die jungen Frauen tragen gern kurz und neonfarben. Und - Männlein wie Weiblein gelten als trinkfest. Böswillig ließe sich behaupten: Sie waren wohl am Wochenende durchgängig angeheitert. Auch das fällt auf.

Nun ist es so, dass etwa 250 Traveller in der Stadt waren. Am Sonntag feierten sie eine Trauung in der Kirche St. Godehard an der Posthornstraße (Linden-Süd). Unübersehbar. Eine Passantin: „17 Brautjungfern in Knallgelb.“

Höhepunkt am Abend zuvor: die Feier vor der Hochzeit, in einem Hotel im Norden der Stadt. Bier floss ohne Ende, es heißt, dass nicht jedes Glas den Abend heil überstanden hat, und auch, dass die Toiletten hinterher nicht mehr wahnsinnig vorzeigbar gewesen sein sollen.

Nach der Feier wollten die Iren wieder nach Hause in ihre Camper, die sie in Limmer abgestellt hatten - wovon noch die Lockenstabverpackungen zeugen. Kein ganz einfaches Unterfangen. Einer der Busfahrer soll sichtlich überfordert gewesen sein, eine große Zahl betrunkener Traveller kutschieren zu müssen. Also fuhr er weg. Aber ohne Fahrgäste. Die Iren kamen irgendwie mit Taxis zurück, auch wenn das Verhältnis zwischen den Fahrern und den Pavees wohl nicht allzu entspannt war. Anwohner aus Limmer berichten, dass die Chauffeure sich schon am Freitag geweigert hätten, die Gäste zu befördern.

Andere Augenzeugen beobachteten wilde Überholmanöver auf der Königsworther Straße, zwischen einem Geländewagen (teuer) und einem Sportcabrio (noch teurer). An Finanzmitteln - die Feier soll im Voraus, man hört, mit Bargeld in nicht geringer Höhe bezahlt worden sein - mangelt es den Travellern eher nicht. Auch nicht am Willen, sich zu präsentieren: Der Bodybuildertyp am Cabriosteuer fuhr jedenfalls oben ohne. Verständlich bei dem Sonnenschein.

Christian Franke

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