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Meine Stadt Klärschlamm soll verbrannt werden – vielleicht in Lahe
Hannover Meine Stadt Klärschlamm soll verbrannt werden – vielleicht in Lahe
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00:17 07.09.2017
SCHLAMMIG: Die Stadtwerke wollen in Lahe bereits ab 2019 bis zu 120 000 Tonnen nassen Klärschlamm jährlich verbrennen, die Heizenergie in das Fernwärmenetz einspeisen. Quelle: Foto: Emmer
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Wohin mit dem Klärschlamm? Das Abfallprodukt der Klärwerke stellt die Stadtentwässerung vor immer größere Probleme. Derzeit lande ein Drittel als Düngemittel auf den Äckern, ein weiteres Drittel im Straßenbau und der Rest werde verbrannt, erläuterte Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette am Montag im Umweltausschuss des Rats.

Damit aber ist bald Schluss. Die Neufassung der Klärschlammverordnung des Bundes verlangt ab 2029 das Recyceln des im Klärschlamm vorhandenen Phosphors. Damit scheidet die Mitverbrennung etwa in Kohlekraftwerken aus. Um Phosphor rückgewinnen zu können braucht man eine so genannte Klärschlammmonoverbrennungsanlage.

Doch schon vor 2029 dürfte die Düngemitttelverordnung das Ausbringen des Klärschlamms auf landwirtschaftlichen Flächen unmöglich machen. Hannover will daher eine entsprechende Verbrennungsanlage bauen lassen. Die Stadt hat immer größere Probleme, ihren Klärschlamm loszuwerden. Am Montag berichtete die Verwaltung im Ausschuss für Stadtentwässerung, dass ein Unternehmen zum Jahresende seinen Entsorgungsvertrag gekündigt hatte. Dieses hatte der Stadt bisher rund ein Drittel ihres Klärschlamms abgenommen.

Kurzfristig soll per Ausschreibung Ersatz gefunden werden, die Kapazitäten zur Zwischenlagerung sind begrenzt. Die geplante Verbrennungsanlage soll europaweit ausgeschrieben werden. Beide Ausschüsse gaben dafür am Montag grünes Licht. Für Irritationen bei der CDU sorgte indes, dass anscheinend als Betreiber bereits die Stadtwerke Gewehr bei Fuß stehen.

Denn der Energieversorger soll ein Teilgrundstück der Aha-Deponie in Lahe erwerben – weil er dort eine Klärschlammverbrennungsanlage bauen will. „Das ist der zweite Schritt vor dem ersten“, kritisierte Hans-Georg Hellmann (CDU). „Wir wollen keine Vorfestlegung sondern erst das Ergebnis der Ausschreibung abwarten.“ Doch der Erwerb des Grundstücks sei die Voraussetzung, damit sich die Stadtwerke überhaupt an der Ausschreibung beteiligen können, so Tegmeyer-Dette. Der Antrag wurde im Umweltausschuss mit knapper Mehrheit angenommen.

Von Andreas Krasselt und Christian Bohnekamp

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