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VERWAIST: In städtischen Kitasherrscht streikbedingte Leere.Foto: Stratenschulte

VERWAIST: In städtischen Kitas
herrscht streikbedingte Leere.
Foto: Stratenschulte© Julian Stratenschulte

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Streik

Kitas noch bis Pfingsten dicht

Der Kita-Streik wird für die Eltern immer mehr zur Belastungsprobe. Der Streik dauert wohl noch bis Pfingsten.

Hannover. von Andreas Krasselt

Hannover. Der Kita-Streik, gestern bundesweit ausgeweitet, wird voraussichtlich mindestens bis Pfingsten dauern. Das ist für die betroffenen Eltern an den Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft eine enorme Belastungsprobe. Doch wem soll man die Schuld in dieser Tarifauseinandersetzung zuschieben?

Noch scheint das Verständnis für die Forderungen der Erzieherinnen und Erzieher bei den Eltern ungebrochen. „Zumindest habe ich diesen Eindruck in etlichen Einzelgesprächen gewonnen“, so Georg Weil, Sprecher des Kita-Stadtelternrats Hannover. Eine „Urabstimmung“ unter den Leidtragenden des Ausstands hat es natürlich nicht gegeben.

Der Kommunale Arbeitgeberverband versucht nun, diese Solidarität zu unterhöhlen. In einer Eltern-Info kritisiert er die Forderungen der Gewerkschaft Verdi als „maßlos“. Verdi versuche darüber hinaus, der Arbeitgeberseite durch „zweifelhafte Informationen“ die Verantwortung für die Situation zuzuschieben. Der Verband untermauert seinen Standpunkt mit Zahlen: Demnach würden die Erzieherentgelte schon jetzt oberhalb anderer Ausbildungsberufe wie Handwerker oder Brandmeister bei der Feuerwehr liegen. Würde Verdi seine Forderungen durchsetzen, würde eine Erzieherin nach 15 Berufsjahren mit 3974 Euro mehr als ein Richter im Grundgehalt (3671 Euro) verdienen.

„Da muss man mal gucken, was ein Richter nach 15 Jahren verdient“, hält Elternsprecher Weil dagegen. Verdi-Sprecher Martin Peter sieht auch den Vergleich mit anderen Ausbildungsberufen als unredlich an: „Die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher dauert vier statt drei Jahre und ist in der Regel auch mit Schulgeld verbunden“, betont er. Außerdem würden 75 Prozent der Beschäftigten, die zu 90 Prozent Frauen seien, auch nur in Teilzeit arbeiten. Viele bräuchten einen Zweitjob, um über die Runden zu kommen: „Bei der gegenwärtigen Bezahlung muss eine Erzieherin aber 33 Jahre in Vollzeit gearbeitet haben, um eine Rente zu bekommen, die nicht durch Sozialleistungen aufgebessert werden muss.“ Den Vorwurf, dass Erzieher bei freien und kirchlichen Trägern weniger verdienten, kontert er: „Klar, dass wir für die gesamte Branche verhandeln.“ Ein Durchbruch bei den kommunalen Trägern wäre somit nur ein Anfang.


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