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Meine Stadt Kita wirft Kind nach Kritik der Eltern raus
Hannover Meine Stadt Kita wirft Kind nach Kritik der Eltern raus
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00:17 25.12.2017
VOR DER ALTEN KITA Jörg und Tanja Zidorn mit Sohn Felix. Quelle: Foto: Behrens
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Hannover

 Erst war die Freude über den Kita-Platz groß, Monate später dann die Enttäuschung: Jörg (57) und Tanja (46) Zidorn ärgern sich gewaltig über die Einrichtung Pelikan & Friends (List). Als das Ehepaar nach diversen Unstimmigkeiten auf die Einhaltung des Betreuungsvertrages für Sohn Felix (3) pochte, sei der Kontrakt durch die Maschseekinder gGmbH einfach gekündigt worden.

Wenig Schließzeiten, bilinguale Betreuung und lange Öffnungszeiten

Vorgeschichte: „Fantastisch“ – diesen Eindruck hatten Tanja und Jörg Zidorn nach dem Besuch einer Info-Veranstaltung der Kita Pelikan & Friends. Zunächst.

Felix’ Vater erinnert sich: „Das hörte sich alles super an: Frühdienst, Spätdienst, außer zu Weihnachten keine feste Schließzeit, bilinguale Betreuung – eine moderne, große neue Kita.“ Da beide Elternteile als Selbstständige beruflich sehr eingespannt seien, glaubten sie, das Ideale gefunden zu haben. Sie meldeten Felix in der Einrichtung, die 2016 öffnete, an.

Ständige Erzieher-Wechsel

Doch bereits nach vier Monaten habe die Leitung gewechselt, in rund eineinhalb Jahren habe es in der Gruppe seines Sohnes fünf, sechs Erzieherwechsel gegeben. „Das wurde auf Elternabenden öfter kritisiert“, sagt Zidorn.

Ende 2016 sei die englischsprachige Kraft etwa zwei Monate krank gewesen, aber die Gebühr für bilinguale Betreuung sei nicht erstattet worden. Auf ein Schreiben habe die Kita nicht einmal reagiert, sagt Felix’ Vater, der in der Kommunikationsbranche tätig ist.

Anfang 2017 sei der Spätdienst (Betreuung bis 18 Uhr) gestrichen worden; den Frühdienst (Beginn: 7.30 Uhr) habe es da schon länger nicht mehr gegeben. „Außerdem wurde doch eine Sommerschließzeit von einer Woche eingeführt“, moniert der 57-Jährige. „Der Gipfel“ aber sei gewesen, als im Sommer 2017 alle drei Betreuer der Gruppe seines Sohnes die Kita verlassen hätten.

Schließlich sei für 2018 eine zweiwöchige Sommerschließzeit angekündigt worden. Zidorn: „Es hieß: Das rechne sich besser für die Betreiber. Verknüpft mit Studientagen wurden daraus rund drei Wochen – das ist hart für zwei Selbstständige.“ Das Ehepaar ließ den Betreuungsvertrag durch einen Anwalt prüfen. Fazit: Die Sommerschließzeiten stellten einen „Vertragsbruch“ dar.

Auf die Beschwerde folgt die Kündigung

Als Zidorn die Reduzierung auf eine Woche forderte, habe die Kita den Betreuungsvertrag gekündigt: „Das ist nur dreist“, schimpft der 57-Jährige und betont: „Die Art und Weise, wie die Geschäftsleitung mit den Eltern umgeht, ist unwürdig. Nur die Knappheit der Kita-Plätze lässt einen das hinnehmen.“

Die Kita wollte den Fall auf NP-Anfrage nicht kommentieren und verwies auf ihre Schweigepflicht. Leiterin Franziska Gottschalk teilte aber schriftlich mit: „In unserer Einrichtung betreuen wir 40 Kinder, deren Eltern wir regelmäßig hinsichtlich ihrer Zufriedenheit befragen – und dabei regelmäßig positives Feedback erhalten.“

Die Zidorns haben sich bei der Aufsichtsbehörde (Stadt Hannover) beschwert: „Die haben uns toll geholfen bei der Suche nach einem neuen Platz für Felix.“

Von Andreas Körlin

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