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gewusel im wald:Die

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NP-WAHLSERIE

Kita in Waldhausen: Was eine gute Ausstattung ausmacht

In der Serie „Deutschland wählt – das bewegt Hannover“ beleuchtet die NP die großen Themen der Wahl. Heute Kinderbetreuung: Der Aus- und Neubau von Kitas ist zum Wahlkampfschlager geworden, immer häufiger werden auch Investitionen in die Qualität der Kitas gefordert.

Hannover.  Die Parteien haben die Familien als Wahlkampfthema entdeckt. Steuerliche Entlastungen für Eltern werden versprochen, Prämien für Babys in Aussicht gestellt, und wenn es nach SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz geht, soll Bildung von der Krippe bis zur Uni in Zukunft komplett kostenlos sein. Ob Schulz’ Vision Wirklichkeit wird, bleibt abzuwarten. Sein Vorstoß zeigt aber, dass auch die Politiker erkannt haben, dass der Besuch von Krippe und Kindergarten längst weit mehr ist als ein bisschen Basteln und Singen.

Doch es ist kein Geheimnis, dass Krippe nicht gleich Krippe ist. Die Unterschiede in der Qualität der Betreuung sind gravierend. Auch die räumlichen Gegebenheiten einiger Einrichtungen unterscheiden sich stark. Wie sieht es in Hannover aus? Die NP hat nachgeforscht.

Die Villa Kinderreich liegt im Nobelviertel Waldhausen. Drei Krippen- und eine Kindergartengruppe sind in der herrschaftlichen Admiralsvilla auf zwei Ebenen untergebracht. Täglich hat die Villa von acht bis 16 Uhr geöffnet. Hinzu kommen Früh- und Spätdienste ab sieben und bis 18 Uhr. Finanziert wird diese Mehrbetreuung durch zusätzliche Elternbeiträge. Geschäftsführerin Stefanie Pastoor hat mit diesem Konzept bereits vor sieben Jahren erkannt, wie wichtig flexible Öffnungszeiten für Eltern sind: „Wir möchten, dass Eltern, ihren Arbeitszeiten entsprechend, ihre Kinder flexibel unterbringen können“, sagte sie damals. Das gilt bis heute.

Die Eilenriede liegt wenige Schritte von der Eingangstür der bilingualen (Deutsch und Englisch) Krippe entfernt. „Die Nähe zum Wald ist ein großer Standortvorteil für uns. Andere Kitas haben nur eine Waldwoche im Jahr, wir sind fast täglich in der Eilenriede“, sagt Erzieher Gerald Hübner. Er gehört zur pädagogischen Leitung der Einrichtung. Auch an diesem Mittwochmorgen gehen Hübner und zwei Kolleginnen kurz nach dem Frühstück mit einer Gruppe von 25 Kindern in den Wald – gruppenübergreifend, Krippenkinder, die erst seit kurzem laufen, gemeinsam mit Kindergartenkindern, die kurz vor der Einschulung stehen. Seit Tagen läuft in der Kita das Projekt Bewegung.

Der Weg in den Wald ist kurz, doch es gibt klare Regeln: „Jeder nimmt seinen Partner an die Hand“, sagt Sozialassistentin Saskia Scheller. Entlang eines Waldwegs hängen in kurzen Abständen Luftballons. „Be­vor wir dahinlaufen, müssen wir uns aufwärmen“, sagt Scheller. Kollege Hübner beginnt mit Yoga-Übungen, die Kinder machen es ihm nach. Dann beginnt das Lauftraining. Saskia fragt die Kinder: „Wie macht die Maus?“ Sofort beginnen 25 Kinder wie wild zu tippeln. Saskia: „Dann tippelt los bis zu den roten Ballons.“ Zum Schluss imitieren die Kinder ein Känguru – hüpfend zur letzten Ballonreihe. Theo sagt am Ende zu Fritz: „Du bist gegeht. Das ist nicht fair.“

Hübner und Scheller betonen: „Projekte wie dieses sind sehr wichtig für eine gute Kita-Arbeit. Weil wir damit pädagogische Grundprinzipien aufgreifen können. Kinder erfahren spielerisch Sicherheit und Stabilität.“ Zwar sei es scheinbar nur ein Bewegungsangebot, so Hübner, aber: „Zählen, aufmerksam sein, Farben, Tiere erkennen und im Wald sein – das lernen die Kinder dabei ganz nebenbei.“ Projekte sollten in allen Kitas Standard sein, fordert Scheller. Ebenso die Zusatzangebote wie lange Öffnungszeiten und keine Schließzeiten im Sommer. Hübner: „Wir können das in der Villa Kinderreich anbieten, weil die Eltern das zusätzlich bezahlen. Aber im Sinne einer gute Betreuung und Chancengleichheit für alle müsste das überall stattfinden und zudem kostenlos sein.“

Von Britta Lüers


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